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„Alles ist im Fluss und vieles im Abfluss!“

Der renommierte Wissenschaftler Dr. Klaus Lanz über den richtigen Umgang mit Wasser und warum das „Element der Verwandlung“, wie er es nennt, so wertvoll für uns ist.

Warum ist Wasser ein so wichtiges „Wellnesselixier“ im Alltag?

 

Wissenschaftlich lässt sich das schlecht messen. Wasser wirkt auf vielerlei Weise auf unser Wohlbefinden: Es erfrischt und es wärmt, es belebt und es beruhigt, es trägt uns und macht uns leichter, es massiert und sein Widerstand kräftigt die Muskulatur. Und dass die guten alten Kneipp-Kuren gut für die Gesundheit sind, wusste man schon lange, bevor der Begriff „Wellness“ entstand. Wasser lässt uns nicht unberührt. Es wäscht Schmutz ab, aber auch schlechte Erfahrungen und ungute Gefühle. Es verbindet uns mit der Natur und dem Urgrund unseres Seins.

 

Was ist eigentlich gutes und was ist schlechtes Wasser?

 

Noch vor 150 Jahren waren Millionen von Menschen in Deutschland auf Trinkwasser zweifelhafter Qualität angewiesen. Der Aufbau einer zentralen, öffentlichen Wasserversorgung war ein enormer Zivilisationsschritt. Heute können wir genügend Wasser aus dem Wasserhahn zapfen, um zu trinken, uns zu duschen, unser Geschirr zu reinigen und die Wäsche zu waschen. 71 Prozent des deutschen Trinkwassers stammen aus echtem Grundwasser und natürlichen Quellen. Das ist ein unglaublicher Luxus. Doch die Wasserwerke weisen in den Trinkwasservorkommen immer öfter Chemikalien nach, die nur mit großem oder später wieder in den Trinkwasservorkommen. Darum ist die Qualität des Wassers wesentlich von jedem einzelnen von uns abhängig. Allein durch die Verwendung biologisch abbaubarer Shampoos, Wasch- und Reinigungsmittel wird der Wasserkreislauf schon von vielen Schadstoffen entlastet. Auf keinen Fall sollte man Pflanzenschutzmittel oder Medikamente in den Abfluss schütten. Das passiert leider öfter, als man denkt.

 

Müssen wir in Deutschland Wasser sparen?

 

Unbedingt, denn Wasser ist auch bei uns nicht in unbegrenzten Mengen vorhanden. Immer wieder werden Vorkommen durch Schadstoffe unbrauchbar und verlässliche Ressourcen immer stärker beansprucht. Durch den Klimawandel werden Regenfälle voraussichtlich heftiger, nicht aber ergiebiger und zu einem größeren Teil als bisher direkt abfließen, statt ins Grundwasser zu versickern. Und die Landwirtschaft wird wegen mangelndem Regen und steigenden Temperaturen in den Sommermonaten die Kulturen stärker bewässern müssen. Der Bedarf steigt also, während die Vorkommen abnehmen.

 

Wie sieht die Zukunft des Wassers aus? Welche „Sparprogramme“ gibt es für den Verbraucher?

 

Der tägliche Wasserverbrauch eines Deutschen ist wesentlich höher als die 125 Liter, die jeder täglich aus dem Wasserhahn zapft. Bezieht man das Wasser ein, das für die Erzeugung von Lebensmitteln und Konsumgütern eingesetzt wird, kommt man auf erstaunliche 4200 Liter, die jeder Deutsche täglich nutzt. Es gibt Systeme für die Zweifachverwertung für Wasser im Haushalt, die sich bisher aber nur für größere Wohneinheiten oder Mietwohnanlagen rentieren. Aber auch Duschköpfe mit Sparbrausen oder WC-Spülungen mit Spar-Spültaste bringen schon einiges. Global gesehen verursachen mit Wasser gespülte WCs die meisten Probleme. Denn sie verbrauchen enorm viel Wasser und belasten das ansonsten moderat verschmutzte Wasser aus Küche und Bad mit Fäkalien. Darum wird es in Zukunft darum gehen, mit innovativen Systemen WC-Abwässer getrennt von der Kanalisation zu behandeln. Das ist nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern könnte die Trinkwasseraufbereitung um viele Milliarden Euro verbilligen.

 

Bild: BÄDERWELT

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