Ziegel – ein rundum nachhaltiger Baustoff

Herstellung, Nutzung, Recycling: Der Baustoff Ziegel bleibt über seinen gesamten Lebenszyklus hinweg umweltfreundlich.

Der Mensch hält sich 90 Prozent seines Lebens in Innenräumen auf. Dieser enorm hohe Prozentsatz verdeutlicht bereits den Stellenwert und die Selbstverständlichkeit, die ein Wohnhaus, Bürogebäude oder öffentliches Gebäude in unserer Gesellschaft genießt. Durch steigende Rohstoffpreise, die Einführung der Energieeinsparungsverordnung, dem Energiepass und zusätzlichen staatlichen Förderungsgeldern ist das Thema Nachhaltigkeit in den letzten Jahren immer mehr in den Vordergrund gerückt.
 
Wer heute ein Haus baut achtet bereits bei der Planung auf den späteren Energieverbrauch und die Wohngesundheit. Ein Baustoff, der schon seit Jahrhunderten als „nachhaltig“ bezeichnet werden kann und beide Kriterien optimal vereint, ist der Ziegel: Ton, Lehm, Sand und Wasser – natürlicher geht es kaum. Doch zum nachhaltigen Bauen gehört längst nicht mehr nur ein ökologischer Baustoff; entscheidend sind auch die Energieaufwendungen, Abfälle und Emissionen die während des Abbaus, der Produktion, der Nutzungsphase und des Recyclings anfallen. Hier wurde viel investiert und so konnte in den letzten 20 Jahren der Energiebedarf in den Ziegelwerken um fast 50 Prozent pro kg Ziegel gesenkt werden.
 
Wichtig für eine Reduzierung der Energieaufwendungen sind unter anderem kurze Transportwege. Da die Tongruben der Ziegelwerke des Verbands „Mein Ziegelhaus“ in unmittelbarer Nähe zum Werk sind, entfallen hier bereits Transportkosten und andere Umweltbelastungen die mit einem Transport immer einhergehen. Nach dem Abbau der Gruben werden diese renaturiert, d.h. der ursprüngliche Zustand der Fläche wird wieder hergestellt, es entstehen Biotope oder andere wertvolle Naturflächen. Alle weiteren Stoffe die für die Produktion eines Ziegels von Nöten sind, werden bevorzugt von regionalen Zulieferern bezogen, die max. bis zu 100km vom Werk entfernt sind.
 
Bei der weiteren Verarbeitung der Rohstoffe – der Zerkleinerung, Lagerung, beim Trocknen und beim Brennen –  wurde der Energieverbrauch ebenfalls auf ein Minimum verringert. In den Ziegelwerken wird inzwischen die Abwärme die beim Brennvorgang im Ofen entsteht zur Beheizung der Trocknungsanlagen und zum Betrieb der Ventilatoren genutzt. Außerdem wurde bei der Energieversorgung von Erdöl auf das wesentlich emissionsärmere Erdgas umgestellt und Investitionen in regenerative Energien getätigt. Wie beispielsweise im  Ziegelwerk Klosterbeuren, das mit einer Solarkollektorfläche von stolzen 3700 Quadratmeter nun im Jahr Strom für ca. 100 Haushalte produziert.
 
Zum Lebenszyklus eines Produktes gehört als letztes natürlich auch das Recycling. Hier verhält sich der natürliche Baustoff Ziegel ebenfalls vorbildlich. In aller Regel übersteigt ein Ziegel mit einer Lebensdauer von oft 100 Jahren und mehr die eigentliche Nutzungsphase eines Gebäudes. Je nach Verbauungsart kann der Ziegel dann sogar für andere Projekte wieder verwendet werden. Wird der Ziegel beim Abriss eines Gebäudes dagegen in seiner Form zerstört, kann der Ziegelbruch entweder im Ziegelwerk selbst weiterverwertet oder klein gemahlen als Füllmaterial, Tennisplatzbelag und Ähnliches verwendet werden.
 
Der Ziegel ist ein zu hundert Prozent recyclebares Produkt, besticht bei seiner Herstellung und Verarbeitung durch seine Umweltverträglichkeit und garantiert ein gesundes Wohlfühlklima im inneren des Ziegelhauses. Der Ziegel ist beim Hausbau damit zu Recht die unumstrittene Nummer Eins unter den Baustoffen.
 
Bild: Mein Ziegelhaus
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