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Die Nelke – eine Blume, die barockt

Der Minimalismus der Neunziger war einmal. Jetzt setzt man auf Repräsentation und Tradition, prophezeit die Trendstudie des Hamburger Trendbüro von 2005.

Und wirklich, schauen wir uns in Einrichtungsläden um und blättern wir Wohnzeitschriften durch, so erkennen wir eine Hinwendung zu Opulenz, Prunk und feierlich klassischen Motiven und Dekors. Tapeten warten wieder mit verspielten Ornamenten auf, schwere, dunkle Farbtöne kombiniert mit Crème und Gold als Kontrast halten Einzug in die Räume, Kronleuchter und Kandelaber lassen uns ein Licht aufgehen.

Es ist also kein Zufall, dass ligne roset 2005 mit der Neuheit „5 Years“ Aufsehen erregte; eine majestätische Hängeleuchte, deren Form vom Barock inspiriert ist, während Material (5 Flügel aus transparentem Plexiglas) und Technik aus der heutigen Zeit stammen. Auch die Firma Kartell setzt mit „Bourgie“ auf ein pompöses Äußeres, während Joris Laarmann für seinen Heizkörper im Schnörkellook auf der Kölner Möbelmesse 2004 einen Nachwuchspreis erhielt.

Als Neo-Barock bezeichnet das Trendbüro das Wiederaufkommen der Salonkultur, das Ausleben der Lust auf Prunk und die neue Wertschätzung für die Handwerkskunst. Und was barockt zu dieser Stilrichtung, die uns wohl in den nächsten Jahren noch begleiten wird, perfekt im Takt?

Genau, die Nelke. Mit ihren duftig-rüschigen Blütenblättern in Farbnuancen von intensivem Bordeauxrot, pudrigem Rosa, edlem Weiß, vornehmem Crème oder bonbonfarbenem Pink verkörpert die sie wie keine andere eine glamouröse, extrovertierte Sinnlichkeit. Für alle, die sich zu den Stilelementen des Neo-Barock hingezogen fühlen, ist die Dekoration mit Nelkensträußen ein unbedingtes Muss, denn Nelken unterstreichen mit ihrer textil anmutenden Üppigkeit eine ausgelassene Freude an Prunk und Pomp.

 

Bild: Blumenbüro Holland

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