Fenster erneuern und Energie sparen!

Das Fenster ist energetisch gesehen das Bauteil am Haus mit dem höchsten Wärmeverlust.
In Deutschland bestehen noch über 340 Millionen Fenster aus unbeschichtetem Standardglas oder einfachem Verbundglas, dabei würden sich durch Energiesparfenster bis zu 35 Prozent der Heizkosten sparen lassen. Das Material des Rahmens, Anzahl und Abstand der Scheiben, die Füllung des Scheibenzwischenraums sowie der Flächenanteil von Glas und Rahmen bestimmen über Gewinn oder Verlust von Energie.
Sparen mit Warmglas
Moderne Isolierglas-Fenster bestehen aus zwei oder drei Glasscheiben, wobei eine Scheibe dünn mit Edelmetall beschichtet ist. Die Wärme strahlt in den Raum zurück und kann nicht entweichen. Beschichtete Scheiben dämmen somit bis zu 60 Prozent besser als solche aus unbeschichtetem Isolierglas. Daher werden sie auch „Warmglas“ genannt. Bei hochwertigen Lichtdurchlässen erhöht Edelgas in den Zwischenräumen die Wärmedämmung noch zusätzlich.
Holzrahmen- natürliche Dämmung
Die Wärmedämmung hängt zu einem Drittel vom Rahmen ab. Rahmen aus Holz haben gute Dämm- und Festigkeitswerte. Neu sind beispielsweise Holzrahmen mit eingefrästem Luftkammersystem. Und auch mit Rahmen, die einen Kern aus Kork oder Holzfaserstoffen besitzen, lassen sich optimale Werte erzielen. Der nachwachsende Rohstoff erfordert Pflege, hält dafür auch lange. Außerdem regulieren die Holzbauteile Feuchtigkeit und sorgen für ein gesundes Wohnklima. Es gibt inzwischen zahlreiche Möglichkeiten, die Holzfenster vor Witterungseinflüssen zu schützen. Die Palette reicht von Beschichtungssystemen bis zum Schutz durch eine vorgesetzte Aluminium-Schale. Kombiniert man die Holzrahmen mit speziellen Wärmeschutzverglasungen, werden Wärmeverluste auf ein absolutes Minimum reduziert. Um bis zu 80 Prozent kann man den Energieverbrauch senken.
Kunststoff- und Aluminiumrahmen
Aluminium-Rahmen sind langlebig, einfach zu recyceln und nahezu wartungsfrei. Allerdings ist das Material bei der Herstellung energieaufwendig. Dafür sind Aluminium-Fenster nach Jahren noch problemlos zu bedienen, da die Rahmen beständig und formstabil sind.
Kunststoff-Rahmen sind nahezu wartungsfrei und weisen gute Dämm- und Festigkeitswerte auf. Temperaturunterschiede, Sonneneinstrahlung, Sauerstoff und Feuchtigkeit beeinflussen den Werkstoff nur wenig. Altersbedingte Farbabweichungen kommen heute nicht mehr vor. Optimal: Kombinierte Holz-Aluminium/Kunststoff-Fenster, sie verbinden die gute Wärmedämmung von Holz mit der Witterungsbeständigkeit des Aluminiums bzw. des Kunststoffs.
Motorisierte Rollläden gegen Wärmeverlust
Vor allem ältere Rollladenkästen verlieren sehr viel Wärme. Zum Raum hin sind diese oft nur mit einer ungedämmten Platte aus Holz oder Metall verschlossen. Eine nur wenige Millimeter breite Fuge kann die Dämmwirkung der Gebäudehülle um bis zu 65 Prozent verringern. Die Sanierung sollte sich daher nicht nur auf die Fenster beschränken, sondern ganzheitlich angegangen werden: Mit einem geschlossener Rollladenpanzer entsteht zwischen der Panzerinnenseite und der Außenseite von Fensterrahmen und Verglasung ein Luftpolster, das als zusätzliche Dämmschicht fungiert. Durch eine zusätzliche Motorisierung entfällt außerdem der Wickelgurt, durch dessen Führung ebenfalls Wärme verloren geht. Dank der automatischen Steuerung wird der Rollladenpanzer bei Einbruch der Dunkelheit per Zeitschaltuhr zuverlässig heruntergefahren und am Morgen bei Sonnenaufgang geöffnet.
Heizperiode auf später verschieben
Wann und wie lange man heizen muss, hängt maßgeblich davon ab, wie viel Wärme durch die Dämmung der Gebäudehülle verloren geht. Beginnt die Heizperiode normalerweise bereits Mitte September, können moderne Wärmedämmfenster und eine entsprechende Fassadendämmung diesen Zeitpunkt um bis zu vier Wochen verschieben. Der fachgerechte Einbau ist selbstverständlich wichtig, nur so können Energiesparfenster ihre optimale Dämmwirkung entfalten.
Intelligente Lüftungsanlagen
Um zu hohe Luftfeuchte und möglichen Schimmelpilzbefall zu vermeiden, ist regelmäßiges Lüften dringend notwendig. Inzwischen gibt es bereits ins Fenster integrierbare Lüftungssysteme, die Abluft und Frischluftzufuhr regeln und für gute Luft rund um die Uhr sorgen. Sogar nachträglich können solche Lüftungen in gängige Fenstersysteme eingebaut werden. Elektrische Antriebe mit Zeitschaltuhr regeln Kippen, Verschließen und Verriegeln auf Wunsch zu vorher programmierten Zeiten. Modernste Steuersysteme lassen sich heute mit Temperaturfühlern und Regen- oder Luftsensoren verbinden. Bei Regen und Wind verschließen sich die Fenster dann ganz automatisch.
Bild: Initiative Pro Holzfenster
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