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Passivhaus mit Schieferfassade

Mehr Energie produzieren, als benötigt wird: was nach Utopie klingt, ist heute in modernen Häusern möglich – eine Wohnsiedlung in Freiburg macht es vor.

Energiesparendes Wohnen ist das Thema der Zeit. Wer heute nach den Vorgaben der aktuellen Energieeinsparverordnung (EnEV) baut, kann davon ausgehen, dass er einen soliden Wärmeschutz realisiert. Doch auch die EnEV beschreibt nur Mindestanforderungen. Wer sich mit den Steigerungen der Energiekosten auseinandersetzt, der kommt schnell zu dem Schluss, dass auch die vermeintlich geringeren Energiekosten eines nach EnEV errichteten Gebäudes irgendwann schmerzen werden. Besser ist es, so wenig Energie wie nur möglich zu verbrauchen. Noch besser ist es, keine Energie zu verbrauchen und gar genial, mehr Energie zu produzieren als man selbst benötigt. Basis für solche Häuser ist ein maximaler Wärmeschutz und eine ausgeklügelte Haustechnik. Aufbauend auf dem minimierten Energieverbrauch können alternative Energien erfolgreich zur Deckung des Restenergiebedarfs eingesetzt werden – erst auf einer solchen Grundlage können Energieüberschüsse entstehen.

 

Frei von Autos in Freiburg

 

Ein Beispiel für eines dieser zukunftsorientierten Gebäude steht in Freiburg. Dort entstand auf dem Gelände einer ehemaligen Kaserne eine autofreie Wohnsiedlung. Wand an Wand schmiegen sich die kompakten Stadthäuser aneinander. Natürliche Baumaterialien, Sonnenblumen in den Vorgärten und kinderreiche Familien, denen man ansieht, dass sie weit über die EnEV hinausdenken, prägen dieses Wohnquartier. Das letzte Haus in einer der Reihen entwarf der Freiburger Architekt Ulrich Mayer: hinter der seidig schimmernden Schieferfassade verbergen sich Eigentumswohnungen im Passivhausstandard. Die vorgeblendete, hinterlüftete Fassade ist zweilagig und üppig gedämmt. Auch das Flachdach mit Gefälle bietet eine ausreichende Dämmdicke – ebenso die Kelleraußenwände und -decken. Dreifach verglaste Holz-Alu-Fenster ergänzen die konsequent gedämmte Gebäudehülle. Das Gebäude wird mit Nahwärme aus einem Holzschnitzel-Blockheizkraftwerk versorgt. Der Primärenergiebedarf für die Heizwärme beläuft sich auf nur 10 kWh/(m²a).

 

Schieferfassade schützt die Dämmung

 

Der Architekt bekleidete das viergeschossige Gebäude mit einer bewährten und zugleich modernen Schieferfassade. Das Naturgestein wurde hier in der variablen Rechteck-Deckung verbaut. Die preiswerte Deckart bietet neben edlem Schieferglanz und moderner Kreuzfuge vor allem eine dauerhaft solide Wasserführung. Jeder Regen reinigt die Fassade. Und die Dämmung dahinter bleibt stets trocken. Deshalb glänzt das Endhaus in der Reihe stets mit sauberen Ansichten und erfüllt zugleich höchste Ansprüche an Ökologie und Ökonomie.

 

Bild: Rathscheck

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