Grundsätzliches zum Energieausweis

Was ist ein Energieausweis, welche Varianten gibt es und wozu ist er nützlich?

„Energieschleuder“ oder besonders „sparsames Haus“? Zuverlässige Informationen über den Energieverbrauch eines Gebäudes waren bisher vor der ersten Heizkostenabrechnung selten zu bekommen. Der Energieausweis für Gebäude soll jetzt für mehr Transparenz im Immobilienmarkt sorgen.
 
Was ist ein Energieausweis?
 
Der Energieausweis ist ein Dokument, das ein Gebäude energetisch bewertet. Ähnlich wie die Energieeffizienzklasse eines Kühlschranks soll der Ausweis Hauseigentümer und Mieter über die energetische Qualität einer Immobilie informieren. Alle Energieausweise besitzen eine Gültigkeit von 10 Jahren.
 
Die Varianten
 
Den Energieausweis gibt es in zwei Varianten. Beide enthalten neben der Bewertung des Gebäudes, Empfehlungen für Modernisierungsmaßnahmen, mit denen man den Energieverbrauch im Gebäude senken kann. Eigentümer sollten auf die Qualität des angebotenen Energieausweises bzw. der Beratungsleistung des Ausstellers achten. Bekommt ein Mieter oder Käufer den Energieausweis vorgelegt, sollte er vor allem feststellen, um welche Art von Ausweis es sich handelt. Davon hängt es nämlich ab, welche Art von Informationen er über ein Gebäude bekommt.
 
Der Bedarfsausweis
 
Der Bedarfsausweis zeigt, wie es tatsächlich um den energetischen Zustand der Immobilie bestellt ist. Er basiert auf einer technischen Analyse des Gebäudes. Dafür nimmt der Aussteller den energetischen Zustand von Dach, Wänden, Fenstern und Heizung genau unter die Lupe. Ob jemand viel heizt oder wenig, spielt für die Bewertung des Gebäudes im Energieausweis keine Rolle. Für Neubauten sind bereits seit 2002 Bedarfsausweise vorgeschrieben. Ansonsten empfiehlt sich der Bedarfsausweis vor allem bei Wohngebäuden und insbesondere bei sanierungsbedürftigen Gebäuden, da er unabhängig vom Nutzer einen objektiven Einstieg in die Modernisierung eines Gebäudes bietet. Das Label mit dem Farbverlauf von „grün“ bis „rot“ ist das Kernstück des Energieausweises. Beim Bedarfsausweis zeigt der eine Pfeil, wie es um den Primärenergiebedarf, ein zweiter, wie es um den Endenergiebedarf bestellt ist. Wird in einem Gebäude mit Öl geheizt, kommt es bei der Bewertung grundsätzlich schlechter weg, als wenn im selben Gebäude erneuerbare Energien zum Einsatz kommen.
 
Der Verbrauchsausweis
 
Grundlage für den einfachen Verbrauchsausweis sind die Heizkostenabrechnungen der Bewohner aus den letzen drei Jahren. Das Ergebnis im Verbrauchsausweis ist deshalb auch vom individuellen Heizverhalten der Bewohner abhängig. Beim Verbrauchsausweis gibt es im Gegensatz zum Bedarfsausweis nur einen Pfeil. Um den Energieverbrauchskennwert zu ermitteln, wird der tatsächliche Energieverbrauch für Heizung und Warmwasserbereitung mithilfe eines standortbezogenen Klimafaktors bereinigt. So führt beispielsweise ein hoher Verbrauch in einem einzelnen harten Winter nicht zu einer schlechteren Beurteilung des Gebäudes.
 
Vollständigkeit des Energieausweises

Entscheidend ist sowohl beim Bedarfs- als auch beim Verbrauchausweis, ob ein Gebäude im grünen oder im roten Bereich der Farbskala liegt. Grün bedeutet, dass wenig Energie für Heizung und Warmwasser benötigt wird; rot steht für eine schlechte Energiebilanz.
Zu jedem Energieausweis gehören außerdem individuelle Modernisierungsempfehlungen, die auch von Miet- und Kaufinteressenten eingesehen werden dürfen. Mit ihrer Hilfe kann eingeschätzt werden, welche Modernisierungsmaßnahmen den Energiebedarf des Gebäudes deutlich verbessern würden.
 
Bild: dena
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