DGNB-Zertifikat für sanierte Gebäude

Wohnen gehört zu den Grundbedürfnissen des Menschen und entsprechend bilden Wohngebäude einen zentralen Schlüssel für den nachhaltigen Umgang mit Ressourcen. Vor dem Hintergrund des Klimawandels, steigender Energiekosten und nicht zuletzt der Finanzkrise fragt der Markt zunehmend nach einem objektiven und transparenten Zertifizierungssystem von Wohngebäuden. „Gemeinsam mit Architekten, Projektentwicklern und anderen Experten der Bau- und Immobilienbranche haben wir jetzt ein Zertifizierungssystem für Wohngebäude geschaffen“, so Dr. Christine Lemaitre, Geschäftsführerin der DGNB. Der Praxistest dieses neuen Nutzungsprofils hat bereits begonnen. Im Oktober werden die ersten Wohnbauten ausgezeichnet.
Zertifikat für Bestandsbauten noch in diesem Jahr
Zunächst steht ein DGNB-Zertifikat für neu erstellte Wohngebäude mit mehr als sechs Wohneinheiten zur Verfügung. Im nächsten Schritt soll ein Zertifikat für kleine Wohngebäude an den Start gehen. Ende 2010 beginnt außerdem die Anpassung des Zertifizierungssystems an Bestandsbauten. „Unser Ziel ist es, ein marktfreundliches System zu platzieren, das optimal auf die Bedürfnisse der Wohnungswirtschaft und der Nutzer zugeschnitten ist“, betont Lemaitre. Das gilt für Neu- und Bestandsbauten gleichermaßen.
Nachhaltige Aspekte im Fokus
Die Bewertung legt einen Fokus auf Komfort und Wohlbefinden der Nutzer – etwa auf Schallschutz, räumliche Flexibilität und Innenraumhygiene. Diese Themen kommen gerade Kleinkindern, Senioren, Kranken und Schwangeren zugute, die sich überdurchschnittlich lange in Wohnräumen aufhalten. Ein weiterer Fokus liegt auf niedrigen Betriebskosten und dem Werterhalt von Wohngebäuden. Da das Zertifizierungssystem die verschiedenen Aspekte des nachhaltigen Bauens ausgewogen berücksichtigt, eignet es sich nicht nur für die Bewertung von Gebäuden, sondern dient vor allem als Optimierungsinstrument für die Planung.
Geringer Aufwand für die Zertifizierung
„Bei der Entwicklung haben wir großen Wert darauf gelegt, dass der Aufwand für eine Zertifizierung im Rahmen bleibt. Das System basiert so weit wie möglich auf Planungsunterlagen, die im Wohnbau Standard sind“, hebt Lemaitre hervor. Da das neue Nutzungsprofil der DGNB-Systematik entspricht, sind Auditoren, Konformitätsprüfer und andere Beteiligte am DGNB mit dem Zertifizierungsverfahren bereits in den Grundsätzen vertraut. Dies hält den Umfang erforderlicher Weiterbildungen gering und reduziert den Abwicklungsaufwand in vielen Details.
Bild: Christine Lemaitre, DGNB
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