Wer sagt eigentlich, Konditoren mögen nix Süßes?

Angeblich essen Metzger gerne Schokolade und Konditoren eher Herzhaftes. Auch wird behauptet, dass Schuster häufig kaputte Schuhe tragen und jüngst plaudert gar der Couturier Lagerfeld munter in einer TV–Talkshow, er trage gut und gerne Anzüge von der Stange.

Beim Garten scheinen die Dinge anders zu liegen, nicht nur in Sachsen. Dort haben sich Manfred Hansel und Andrea Schomberg, Inhaber eines Garten- und Landschaftsbauunternehmens, ihren eigenen Traumgarten geschaffen. Bis vor wenigen Wochen kannte nur die vierköpfige Familie den Privatgarten, über den inzwischen in Presse, Funk und Fernsehen berichtet wird. Gleich zwei Preise des Verbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Sachsen erhielten sie 2003. Und mit der Auszeichnung als „Supergarten“ geht es 2004 gleich weiter – aus 200 Bewerbungen wurde durch die Jury eines privaten Fernsehsenders der Garten der Familie Hansel mit sieben anderen Gärten als filmreif ausgewählt. Durch TED-Entscheidung wählten dann die Fernsehzuschauer den Garten der Familie als „Supergarten von Deutschland“.

Familien-Angelegenheit

„Gärten machen Häuser“, sagt Manfred Hansel gerne und denkt an die erste Begegnung mit dem heute preisgekrönten Garten. „Schon als wir das Grundstück zum ersten Mal besichtigt haben, begannen wir mit der Planung von Haus und Garten“, erinnert Andrea Schomberg. Der Preisträger erstreckt sich über etwa 1.000 Quadratmeter, steht in enger Beziehung zum Haus und bietet verschiedenste Gartenräume: Freiflächen für Kinderspiele, Baumhaus, Schwimmteich, Terrasse, Gemüsebeet, Staudenrabatte und natürlich Platz für jede Menge ausgewählter Gehölze und Zierpflanzen. Die Landschaftsgärtner von Hansel sind spezialisiert auf Privatgärten und legen traditionell großen Wert auf individuelle Planung. Am Computer entstehen dreidimensionale Pläne mit der zusätzlichen Möglichkeit, den jeweiligen Garten virtuell um fünf, zehn oder 20 Jahre „altern“ beziehungsweise wachsen zu lassen. So wird am Bildschirm erkennbar, wie sich die einzelnen Pflanzen entwickeln, welche Schattenwürfe und welche Blickachsen im Laufe der Zeit entstehen. „Ein Garten ist mehr als die Verlängerung des Wohnzimmers“, behauptet der Landschaftsgärtner, „deshalb ist es wichtig, vor der Tat zu überlegen, wie und von wem er genutzt werden soll.“ Dass ein Garten – je nach eingesetztem Material – völlig verschiedene Lebenswelten entstehen lassen kann, oder dass auch auf kleiner Fläche ein repräsentativer Garten möglich ist, ist für den Laien oft nicht einfach zu erkennen.

Es beginnt mit einer Idee

Die meisten Gartenbesitzer haben nur eine ungefähre Idee davon, wie ihr Garten werden soll. Die Aufgabe des Landschaftsgärtners ist es, diese Idee zu einem Konzept weiter zu entwickeln, das einerseits machbar ist, andererseits aber auch die örtlichen Gegebenheiten berücksichtigt und den individuellen Möglichkeiten entspricht. Gelegentlich fährt der Landschaftsgärtner zusammen mit seinen Kunden in eine Baumschule, um den gewünschten Baum an Ort und Stelle auszusuchen. „Denn die Entscheidung über Art und Größe eines Baumes fällt am besten nicht im Wohnzimmer, weil die Wirkung einer Pflanze dort nicht erlebbar ist“, so Manfred Hansel. Auch das Thema Wasser im Garten sollte wohl durchdacht sein: Soll es ein Schwimmbad, ein Schwimmteich oder eher ein Wasserspiel werden? Es hat sich gezeigt, dass die meisten Kunden einen Schwimmteich haben wollen, der gleichzeitig Naturoase für verschiedene Tiere und Pflanzen ist und Bademöglichkeit für die Bewohner bietet. Aber es gibt auch Gartensituationen, in denen ein Schwimmteich höchstens die zweitbeste Lösung ist.

Beruf kann Berufung sein

Auf Wunsch führen die Hansels Kunden in ihren Privatgarten, um ihnen am lebenden Objekt zu zeigen, dass ein fachmännisch geplanter Schwimmteich auch ganz ohne Chlor kristallklares Wasser bietet. Oder um sie das Gefühl erleben zu lassen, wie es sich auf unterschiedlichen Böden läuft: zum Beispiel auf Natursteinpflaster oder einem Holzdeck. Der Kunde sieht, dass der Beruf nicht nur Profession, sondern gelebte Passion ist. Da soll der Metzger mit viel Vergnügen Sahnetorte essen, doch der Landschaftsgärtner ist auch nach Feierabend: im Garten. Er weiß warum!
 
Bild: BGL
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