Bauherrenpreis Neubau 2010

Der Preis, der traditionell in den zwei Kategorien Modernisierung und Neubau vergeben wird, wird vom Bundesbauministerium im Rahmen der Nationalen Stadtentwicklungspolitik mit 78000 Euro gefördert und durch den GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen, des Bundes Deutscher Architekten BDA und des Deutschen Städtetages ausgelobt. Prämiert wurden zehn Bauprojekte, sieben weitere erhielten eine besondere Anerkennung.
„Die preisgekrönten Neubauten passen sich nicht nur gut in die bestehende Stadtstruktur ein und werten bestehende Gebäude auf. Sie dürfen sich auch deswegen als Sieger sehen, weil sie den hohen Anforderungen an Klimaschutz und Energieeinsparung entsprechen“, erklärt Bomba den Erfolg der Siegerbauten. „Die Projekte zeigen, dass hier Architektur, Kosten und Nutzen stimmen.“ Damit spielten bei den diesjährigen Bauaufgaben Ökonomie, Ökologie, soziale Brauchbarkeit und technische Leistungsfähigkeit eine wichtige Rolle – die vier Eckpfeiler nachhaltigen Bauens, für die auch das IBU einsteht.
Die meisten der zehn Preise verlieh die Jury an Projekte im süddeutschen Raum: Neben Würzburg, Pforzheim, Weiden und Neuss durften sich die Städte Ulm und Ingolstadt über jeweils zwei Preise freuen. Daneben erhielten auch Neubauprojekte in Köln und Berlin eine Auszeichnung.
Eines der beiden Ulmer Sieger-Bauten sind beispielsweise die vom Architektenbüro Wallner geplanten Punkt- und Stadthäuser „Wiley Süd“ der NUWOG Wohnungsgesellschaft in Neu-Ulm. Das Punkthaus ist ein Mehrfamilienhaus mit überwiegend sozial geförderten Mietswohnungen, die flexibel genutzt werden können: Sie sind barrierefrei und ermöglichen unterschiedlichste Lebensmodelle. Die Stadthäuser sind gestapelte Reihenhäuser und vermitteln trotz einer hohen baulichen Dichte das komfortable Wohngefühl eines Einfamilienhauses.
Einer der beiden preisgekrönten Ingolstädter Neubauten ist Eigentum der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft: Das von Beyer und Dier geplante Gebäude für altengerechtes Wohnen im Josefsviertel präsentiert sich nach außen hin bunt und in besonderer architektonischer Formsprache. Mit einem großzügigen Foyer, rollstuhlgerechten Wohnungen und transparenten Aufzügen kommt das Projekt den Ansprüchen pflegebedürftiger Menschen nach. Zudem erfüllt es den KfW-Standard 60 und weist hervorragende Dämm- und Schallschutzqualitäten auf.
Das „Dorf in der Stadt Q 21“ – geplant von Ute Piroeth für die Grunsch Immobilien Concult GmbH – ist der Kölner Preisträger des diesjährigen Bauherrenpreises Neubau. Die Anlage, entstanden durch innenstädtische Nachverdichtung, besteht aus zwei Doppelgeschoss-Häusern und einem Wohnturm mit vier Etagen. In der Mitte entsteht ein begrünter Innenhof, der zum Aufenthalt im Freien einlädt. Dank begrünter Dächer und sehr strapazierfähigem Baumaterial erfüllt das Bauwerk mit einem Primärenergieverbrauch von nur 24 kWh pro Jahr Niedrigenergiestandard.
Das abschließende Votum: Die Preisträger des Bauherrenpreises Neubau 2010 sind innovative Beispiele, die sich mit Klimawandel und Ressourcenschonung, gesteigerter Energieeffizienz und den veränderten Lebensbedürfnissen der Menschen auseinander setzen – Faktoren, die der Schlüssel für zukünftige Bauprojekte und nachhaltiges Bauen sein müssen.
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