BUS - Elektroinstallation

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buchtipps aus der redaktion
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Voraussetzung dafür ist eine so genannte Bus - Elektroinstallation, wie sie in manchem Eigenheim bereits Realität ist.
In den letzten Jahren nimmt die mit dicken Vorschusslorbeeren bedachte Bus-Technik immer stärker Kurs auf den privaten Hausbau. BUS steht als Kürzel für Binary Unit System und meint eine Technik, bei der alle Steuerfunktionen zum Schalten, Melden, Überwachen und Messen in Form von Datenpaketen übertragen werden. Man kann es sich ähnlich vorstellen wie bei einem Telefonnetz: Es wird ein bestimmter Apparat angewählt, der dann klingelt, die anderen bleiben stumm. Hier geht, wenn man einen bestimmten Taster drückt, beispielsweise nur die eine, diesem Taster zugeordnete Lampe an oder aus. Sonst passiert nichts.
Die Zuordnung von Schaltern und Lampen, elektrischen Rollläden und sonstigen Geräten sowie die Vernetzung der Spülmaschine oder der Warmwasserpumpe mit anderen Komponenten ist nahezu beliebig zu gestalten. Wenn die gesamte Haustechnik einbezogen wird, steht dem Bewohner ein komplettes Gebäudemanagement-System zur Verfügung, das sich in den Bereichen Energieeinsparung, Sicherheit und Komfort bezahlt machen soll - und laut Herstellerangaben kinderleicht zu bedienen ist. So weit die Theorie. In der Praxis steht noch manches Fragezeichen:
- Da konkurrieren verschiedene Anbieter mit unterschiedlichen Systemen. Zum Beispiel der Europäische Installationsbus (EIB) als europaweit standardisiertes System und das bislang mehr in den USA verbreitete Netzwerk Local Operating Network (LON) sowie weitere Systeme wie der Z-Bus und der LCN-Bus.
- Beim echten Nutzen ist manches noch Zukunftsmusik, Beispiel Energie sparen. Da gibt es zwar schon effektive Anwendungen wie diese: Wenn die Sonne zum Fenster herein scheint, gehen die Heizkörper automatisch auf Sparflamme und wenn winters das Fenster in einem Raum zu lange offen steht, schaltet der Heizkörper ganz ab, damit man nicht den Garten heizt; bei kurzem, das heißt angemessenem Stoßlüften dagegen heizt er weiter. Sinnvoll gespart werden kann auch mit einem busfähigen Durchlauferhitzer, der Warmwasser stets in der richtigen Menge und in der richtigen Temperatur liefert, damit nichts vergeudet wird.
- Weitere Verknüpfungen des Bus-Systems mit der Heizung, mit der Solar- und Lüftungsanlage sowie mit einzelnen Haushaltsgeräten wie Waschmaschine und Geschirrspüler sind möglich, doch tüfteln die Hersteller an wirklich durchgängigen Lösungen noch heftig. Gedacht wird beispielsweise an die sich selbst bedarfsgerecht regelnde Lüftungsanlage oder daran, dass sich Waschmaschine und Geschirrspüler immer dann einschalten, wenn die Warmwasserkollektoren auf dem Dach kostenlose Energie bereit stellen.
- Auch auf der Installationsebene ist noch einiges im Fluss. Neben der Datenübertragung über eine separte Bus-Leitung in Form von 24-Volt-Niederspannungskäbelchen finden sich bereits marktreife Lösungen der Datenübertragung übers normale 230-Volt-Netz. Auch die Übertragung per Funk wird schon praktiziert, und im Gespräch ist als vierter Weg die Verlegung eines Kombi-Kabels mit 230-Volt- und Schwachstromkabel in einem.
Im Neubau und bei Komplettsanierungen, bei denen ohnehin kein Stein auf dem anderen bleibt, gilt überwiegend das spezielle Buskabel als sichere Standardlösung, die in den Anfängen der Bus-Technik im Hausbau zunächst die einzige Lösung darstellte. Inzwischen wurden alternativ Systeme entwickelt, bei denen die Extra-Leitung überflüssig ist. Hier wird stattdessen das 230-Volt-Kabelnetz zur Datenübertragung zwischen den Sensoren (zum Beispiel Lichtschalter), und den Aktoren (Lampen etc.) genutzt.
Gedacht waren diese Systeme zunächst für den Altbaubereich, weil man hier ganz einfach die vorhandenen Stromkabel zur Übertragung verwenden kann, bzw. bei kleineren Modernisierungsmaßnahmen mit geringem Aufwand alle Voraussetzungen für die moderne Gebäude-Systemtechnik schaffen kann. Jetzt wird die Lösung zunehmend auch für Neubauten propagiert, weil man ja auch im neuen Haus auf diese Weise Arbeistsstunden sparen kann.
Dritter Weg: Die Funk-Variante, bei der jeweils ein Funkbus-System über eine Schnittstelle mit dem Haus-Bussystem zusammenarbeitet. Dafür braucht man keinerlei Kabel mehr als Übertragungswege, sondern die Befehle werden per Funk vom Wand- oder Handsender an den Empfänger geschickt.
Im Gegensatz zu den bekannten Infrarot-Sendern für Fernseher etc., die auf einen Raum begrenzt sind und hier auch zielgerichtet betätigt werden müssen, handelt es sich hier um Funkwellensender, die quer durchs ganze Haus funktionieren. Weil das so ist, werden hierzu auch kritische Stimmen laut, die auf Elektrosmog hinweisen. Für Hersteller Gira zum Beispiel ist das allerdings kein Thema. Die Erklärung dazu: "Wer ein ganzes Jahr den Funk-Bus nutzt, hat nicht mehr Strahlung erzeugt, als wenn er ein einziges Mal mit dem Handy telefoniert".
In Neubauten spielt die Funk-Lösung bislang kaum eine Rolle. Für die Nachrüstung dagegen liegen die installationstechnischen Vorteile auf der Hand: Man muss wie bei der Stromnetz-Lösung keine Wände aufklopfen und Decken durchbohren, alles Notwendige lässt sich leicht und sauber installieren.
Und: Dass beim Funkbus keine baulichen Veränderungen stattfinden, macht die Sache auch für Mietwohnungen interessant. Man muss nichts mit dem Vermieter absprechen und braucht dem Nachmieter nichts zu verkaufen, weil man das System mit Sendern und Empfängern einfach beim Umzug mitnehmen kann.
Autor: Norbert Weimper
Copyright für Bild und Text: BUND Jahrbuch 2002 Ökologisch Bauen und Renovieren
In den letzten Jahren nimmt die mit dicken Vorschusslorbeeren bedachte Bus-Technik immer stärker Kurs auf den privaten Hausbau. BUS steht als Kürzel für Binary Unit System und meint eine Technik, bei der alle Steuerfunktionen zum Schalten, Melden, Überwachen und Messen in Form von Datenpaketen übertragen werden. Man kann es sich ähnlich vorstellen wie bei einem Telefonnetz: Es wird ein bestimmter Apparat angewählt, der dann klingelt, die anderen bleiben stumm. Hier geht, wenn man einen bestimmten Taster drückt, beispielsweise nur die eine, diesem Taster zugeordnete Lampe an oder aus. Sonst passiert nichts.
Die Zuordnung von Schaltern und Lampen, elektrischen Rollläden und sonstigen Geräten sowie die Vernetzung der Spülmaschine oder der Warmwasserpumpe mit anderen Komponenten ist nahezu beliebig zu gestalten. Wenn die gesamte Haustechnik einbezogen wird, steht dem Bewohner ein komplettes Gebäudemanagement-System zur Verfügung, das sich in den Bereichen Energieeinsparung, Sicherheit und Komfort bezahlt machen soll - und laut Herstellerangaben kinderleicht zu bedienen ist. So weit die Theorie. In der Praxis steht noch manches Fragezeichen:
- Da konkurrieren verschiedene Anbieter mit unterschiedlichen Systemen. Zum Beispiel der Europäische Installationsbus (EIB) als europaweit standardisiertes System und das bislang mehr in den USA verbreitete Netzwerk Local Operating Network (LON) sowie weitere Systeme wie der Z-Bus und der LCN-Bus.
- Beim echten Nutzen ist manches noch Zukunftsmusik, Beispiel Energie sparen. Da gibt es zwar schon effektive Anwendungen wie diese: Wenn die Sonne zum Fenster herein scheint, gehen die Heizkörper automatisch auf Sparflamme und wenn winters das Fenster in einem Raum zu lange offen steht, schaltet der Heizkörper ganz ab, damit man nicht den Garten heizt; bei kurzem, das heißt angemessenem Stoßlüften dagegen heizt er weiter. Sinnvoll gespart werden kann auch mit einem busfähigen Durchlauferhitzer, der Warmwasser stets in der richtigen Menge und in der richtigen Temperatur liefert, damit nichts vergeudet wird.
- Weitere Verknüpfungen des Bus-Systems mit der Heizung, mit der Solar- und Lüftungsanlage sowie mit einzelnen Haushaltsgeräten wie Waschmaschine und Geschirrspüler sind möglich, doch tüfteln die Hersteller an wirklich durchgängigen Lösungen noch heftig. Gedacht wird beispielsweise an die sich selbst bedarfsgerecht regelnde Lüftungsanlage oder daran, dass sich Waschmaschine und Geschirrspüler immer dann einschalten, wenn die Warmwasserkollektoren auf dem Dach kostenlose Energie bereit stellen.
- Auch auf der Installationsebene ist noch einiges im Fluss. Neben der Datenübertragung über eine separte Bus-Leitung in Form von 24-Volt-Niederspannungskäbelchen finden sich bereits marktreife Lösungen der Datenübertragung übers normale 230-Volt-Netz. Auch die Übertragung per Funk wird schon praktiziert, und im Gespräch ist als vierter Weg die Verlegung eines Kombi-Kabels mit 230-Volt- und Schwachstromkabel in einem.
Im Neubau und bei Komplettsanierungen, bei denen ohnehin kein Stein auf dem anderen bleibt, gilt überwiegend das spezielle Buskabel als sichere Standardlösung, die in den Anfängen der Bus-Technik im Hausbau zunächst die einzige Lösung darstellte. Inzwischen wurden alternativ Systeme entwickelt, bei denen die Extra-Leitung überflüssig ist. Hier wird stattdessen das 230-Volt-Kabelnetz zur Datenübertragung zwischen den Sensoren (zum Beispiel Lichtschalter), und den Aktoren (Lampen etc.) genutzt.
Gedacht waren diese Systeme zunächst für den Altbaubereich, weil man hier ganz einfach die vorhandenen Stromkabel zur Übertragung verwenden kann, bzw. bei kleineren Modernisierungsmaßnahmen mit geringem Aufwand alle Voraussetzungen für die moderne Gebäude-Systemtechnik schaffen kann. Jetzt wird die Lösung zunehmend auch für Neubauten propagiert, weil man ja auch im neuen Haus auf diese Weise Arbeistsstunden sparen kann.
Dritter Weg: Die Funk-Variante, bei der jeweils ein Funkbus-System über eine Schnittstelle mit dem Haus-Bussystem zusammenarbeitet. Dafür braucht man keinerlei Kabel mehr als Übertragungswege, sondern die Befehle werden per Funk vom Wand- oder Handsender an den Empfänger geschickt.
Im Gegensatz zu den bekannten Infrarot-Sendern für Fernseher etc., die auf einen Raum begrenzt sind und hier auch zielgerichtet betätigt werden müssen, handelt es sich hier um Funkwellensender, die quer durchs ganze Haus funktionieren. Weil das so ist, werden hierzu auch kritische Stimmen laut, die auf Elektrosmog hinweisen. Für Hersteller Gira zum Beispiel ist das allerdings kein Thema. Die Erklärung dazu: "Wer ein ganzes Jahr den Funk-Bus nutzt, hat nicht mehr Strahlung erzeugt, als wenn er ein einziges Mal mit dem Handy telefoniert".
In Neubauten spielt die Funk-Lösung bislang kaum eine Rolle. Für die Nachrüstung dagegen liegen die installationstechnischen Vorteile auf der Hand: Man muss wie bei der Stromnetz-Lösung keine Wände aufklopfen und Decken durchbohren, alles Notwendige lässt sich leicht und sauber installieren.
Und: Dass beim Funkbus keine baulichen Veränderungen stattfinden, macht die Sache auch für Mietwohnungen interessant. Man muss nichts mit dem Vermieter absprechen und braucht dem Nachmieter nichts zu verkaufen, weil man das System mit Sendern und Empfängern einfach beim Umzug mitnehmen kann.
Autor: Norbert Weimper
Copyright für Bild und Text: BUND Jahrbuch 2002 Ökologisch Bauen und Renovieren













