Das denkende Haus - BUS Technik im Eigenheim

Am Anfang war das Radio. Dann kamen, über die Jahre, Fernseher und Telefon in jeden Haushalt, später auch noch die obligatorische Türsprechanlage. Und heute? Die Kommunikationstechnik vollzieht einen Quantensprung.

Der Weg führt zum so genannten vernetzten Haus.
Bei der Hauskommunikation geht es zunächst um die Bereiche Intern-(Haus-)Telefon, Haussprechanlage, Extern-Telefon und Fax, Radio und Fernseher sowie Internet mit E-mail etc. Die separate Haustelefonanlage ist natürlich etwas aus dem letzten Jahrhundert. Jetzt gibt es die "Nebenstellen"-Lösung, mit ISDN-Anschluss und ISDN-fähigen Telefonen sogar in höchst komfortabler Form. Damit können zahlreiche Apparate in jedem einzelnen Zimmer beliebig an der Telefondose ein- und ausgesteckt werden. Auch fürs private Faxgerät steht immer öfter - vielleicht um eine Faxabruf-Aktion einer Zeitschrift zu nutzen - eine Nebenstellennummer zur Verfügung.

Moderne Haustelefonanlagen integrieren sogar die Hausprechanlage. Das heißt, man braucht keine besondere Türsprechstelle mehr im Haus. Wenn ein Besucher die Hausklingel drückt, klingelt drinnen der normale Telefonapparat (oder je nach Wahl auch mehrere). Der elektrische Türöffner funktioniert selbstredend auch übers einfache Telefon; wenn man die Klingelfunktion auf ein Schnurloses "legt", kann man von jedem Ort, also auch von der Waschküche, von der Garage oder vom Garten aus mit der Türsprechstelle kommunizieren.
An der Haustür lässt sich eine Videoüberwachung - auf Wunsch samt Aufzeichnungsgerät etc. ? installieren.
Neben der Komforttelefonie bietet ISDN auch die Voraussetzung für Online-Banking, E-Mail-Konversation, Internet-Surfen u.a. Dafür braucht's nur noch einen Homecomputer samt ISDN-Karte und/oder Modem.
Einfach ist die Sache bei Radio und TV: Via Erdkabel bzw. mittels "Schüssel" auf dem Dach holt man sich die bunte Informationswelt direkt ins Haus, um das geballte Angebot dann über Antennenkabel innerhalb des Hauses zu verteilen.

So stellen sich beim Neubau wie auch bei umfassenderen Modernisierungen folgende Fragen:
1. Welche Nutzungsmöglichkeiten sollen in welchem Zimmer gegeben sein?
2. Wie halte ich mir die kommunikationstechnische Zukunft offen?

Antwort:
Die nötige Flexibilität und Offenheit für Neues lässt sich mit vorsorglich verlegten Leitungen sowie Leerrohren und ?dosen erreichen.
Wenn man daneben Telefon- und Antennenkabel bis in jedes Zimmer legt, die dort zunächst vielleicht nur in Leerdosen enden, ist das Haus für die kommunikationstechnische Zukunft gerüstet; etwa dann, wenn der PC samt Internetanschluss nicht zuletzt auf dem Schülerschreibtisch Usus sein wird.
Besonders wichtig sind freie Leerrohre auch von Geschoss zu Geschoss. So werden zum Beispiel Elektroschaltschrank im Untergeschoss und die Unterverteiler auf den einzelnen Etagen verbunden. Bei Bedarf lassen sich dann später auch mehrere Kabel einziehen. Wichtig ist auch ein Leerrohr "ringförmig" zur Verteilung nachträglicher Kabel auf dem jeweiligen Stockwerk. Dazu können Leerrohre vom Verteiler in die einzelnen Zimmer bis zu einer Leerdose kommen. Für die weitere Installation im Raum findet sich dann immer ein Weg; sei es durch nachträgliche Wandöffnung oder indem man zusätzliche Kabel hinter Wand- oder Deckenvertäfelungen oder ganz einfach in speziellen Sockelleisten unterbringt.

Recht neu ist die Elektroinstallation in so genannter Bus-Technik, die den Wohnalltag revolutionieren könnte. Dabei werden Schalt- und Steuerfunktionen nicht durch elektrischen Ströme sondern mit Hilfe von Datenpaketen ausgelöst. Diese laufen entweder über die vorhandenen Stromleitungen oder über zusätzlich eingezogene Schwachstrom-Käbelchen. Die Bus-Installation soll sich in den Bereichen Sicherheit und Energieeinsparung bezahlt machen und quasi ganz nebenbei einen höheren Wohnkomfort bieten.
Die neuen Möglichkeiten:
Man kann vom Autotelefon aus daheim die Heizung hoch und die Rollläden herunter fahren lassen; das offen stehende Wohnzimmerfenster befiehlt dem Heizkörper selbstständig abzuschalten; falls gewünscht, ruft die defekte Tiefkühltruhe von sich aus gleich den Service-Elektriker! Und die Zukunftsmusik: Vielleicht telefoniert man bald mit seiner Waschmaschine, und möglicherweise drückt man zum Einschalten von Stereoanlage und Lampen keine Knöpfe mehr, sondern macht das per Sprachbefehl. Auch der Haustürschlüssel könnte dann ein Relikt der Geschichte sein, weil alles per Funk oder elektronischem Fingerabdruck geht.
Wie überall gilt natürlich: Nicht alles was technisch machbar ist, macht auch Sinn. Wo die Grenzen liegen, muss jeder Bauherr und Modernisierer für sich selbst entscheiden. Doch gerade beim Bus-System braucht man das nicht sofort zu tun. Denn sein Markenzeichen ist ja gerade die Flexibilität, sodass das Eigenheim nicht zuletzt dank weniger vorsorglicher Installationen später einfach Schritt für Schritt zum vernetzen Haus der Zukunft ausgebaut werden kann.

Blickpunkt Küche und Büro
Im Büro sind sie kaum wegzudenken: die Kabelkanäle unter Fensterbänken und hinter Schreibtischen entlang der Wände. Schließlich möchte man hier noch ein elektrisches Gerät mehr einstecken und dort noch schnell ein zusätzliches Telefon hinstellen können. Auch fürs Home-Office empfiehlt sich diese gewerbliche Praxis - und auch für die Küche.
Ja, richtig gelesen. Entlang der Arbeitsplatten, direkt unter den Hängeschränken oder einfach auf mittlerer Höhe lässt sich so ein Rundum-Kabelkanal installieren. Er bietet nicht nur eine willkommene Ablagefläche für die vielen kleinen Dinge in der Küche, sondern volle Flexibilität zum Einstecken fast beliebig vieler Maschinen und Geräte an jeder Stelle. Eine unkonventionelle Lösung, sicher. Jedoch eine ungemein praktische, und schließlich gibt es optisch durchaus gefällige Varianten des funktionalen Kabelkanals.



Text: EcoText

Bild: EcoText
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