Wandheizung fürs Eigenheim

Die alten Römer genossen die wohlige Strahlungswärme aus Boden und Wand, indem sie die heißen Rauchgase einer unten liegenden Feuerstelle durch.


Das Prinzip der antiken Hypokaustenheizung stellt für Experten die Zukunfts-Alternative zum gängigen Heizkörper dar.

Flächenheizungen bieten zunächst einmal den Vorzug einer sanften Wärmeabstrahlung, denn Strahlungswärme wird vom Menschen grundsätzlich als angenehm empfunden. Die Behaglichkeit des Raumklimas wird dadurch verstärkt, dass im Vergleich zum Heizen mit üblichen Heizkörpern weit weniger Konvektion und damit kaum eine Staubaufwirbelung stattfindet. Das kommt insbesondere Hausstauballergikern zugute.

Nach Herstelleraussagen kann man die Raumlufttemperatur um ein bis drei Grad Celsius absenken, wenn ein Raum mit einer Flächenheizung statt mit Heizkörpern beheizt wird. Der Grund: Wenn die Bewohner von großflächigen warmen Oberflächen umgeben sind, empfinden sie eine Lufttemperatur von 18 bis 19 Grad Celsius als ebenso angenehm warm wie die sonst üblichen 20 bis 21 Grad Raumtemperatur. Die Temperaturabsenkung hat einen positiven ökologischen Effekt. Laut Fachleuten mindert die niedrigere Temperatur die Lüftungswärmeverluste, wobei pro Temperaturgrad weniger etwa fünf bis sechs Prozent Energie einspart werden soll. Weil die Flächenheizungen ausgezeichnet mit niediger Vorlauftemperatur des Heizungswassers auskommen, bieten sich Niedertemperaturheizkessel als Wärmeerzeuger an. Also zum Beispiel Brennwertkessel oder (Erd-)Wärmepumpen - im Idealfall unterstützt von beziehungsweise auch kombiniert mit einer Solaranlage für Heizung und/oder Brauchwassererwärmung. Das alles dient der Schonung fossiler Brennstoffe und spart Heizkosten. Den unterm Strich, so lautet zum Beispiel die Aussage des Cuprotherm- Beratungsservice, ließen sich mit einer Wandheizung im Vergleich zu Heizkörpern bis zu 30 Heizenergie sparen.

Während im antiken Rom noch die Rauchgase selbst durch die Röhren strömten, fließt heutzutage meist warmes Wasser durch Heizschlangen in der Wand.

Statt wie bei einer Fußbodenheizung der Estrich, wird bei solchen so genannten wasserführenden Unterputzsystemen eine dicke Innenputzschicht erwärmt. Sie können prinzipiell auch in Holzhäusern eingesetzt werden; zumindest dann, wenn man die eine oder andere massive Zwischenwand einbaut, um sie als verputzte Heizwand zu nutzen. Es gibt auch Systeme, die bewusst Fußboden- und Wandflächenheizungen kombinieren. Denn gerade zum Beispiel im Badezimmer möchten viele Bauherren heutzutage nicht auf wohl temperierte Bodenfliesen verzichten. Darüber hinaus bieten sich Heizflächen in der Wand natürlich idealerweise im Bereich der Badewanne und der Dusche an, wo sich die direkte Strahlungswärme besonders positiv bemerkbar macht.

Alternativ zur Warmwasser-Wandheizung gibt es auch heute noch Hypokausten- Heizungen mit Warmluft-Nutzung. Die einfachste Form der modernen Wandheizung stellt eine Heizleiste am Fuß der Wand dar. Hierbei macht man sich das Aufsteigen von erwärmter Luft zunutze, doch steigt sie in diesem Fall vor der Wand auf. Sockelheizleisten heißen solche Systeme, die direkt an die Zentralheizung angeschlossen werden, also Rohrleitung und Heizkörper in einem sind.

Der Markt bietet Sockelheizleisten schon seit über 30 Jahren. Doch weil man sie mit den früher gängigen hohen Vorlauftemperaturen betrieb, hatten sie bald einen schlechten Ruf weg. Denn es entstanden starke Konvektionsströmungen mit Zugerscheinungen und Staubaufwirbelung - also genau das, was ja eben mit einer Flächenheizung vermieden werden soll.

Heute sind diese Probleme gelöst. Bei niedrigerer Vorlauftemperatur streicht die Warmluft direkt an der Wand entlang nach oben. So heizt sich die Oberfläche auf und strahlt die Wärme ähnlich wie bei der echten Wandheizung ab.

Als Vorzüge der Sockelheizleiste gelten ein geringer Planungs- und Installationsaufwand sowie kurze Aufheizzeiten und vor allem auch die Möglichkeit eines relativ einfachen nachträglichen Einbaus.Experten sehen die Wandheizung klar im Aufwind. Die besten Zukunftsaussichten bescheinigt ein Heizungsbau-Fachblatt der Wandflächenheizung in Kombination mit einer besonders wärmegedämmten Haushülle und Solarkollektoren zur Heizungsunterstützung.

Bild: Jannssen
bauen. wohnen. leben.www.homesolute.com
Kostenlose Ratgeber, Broschüre, Software, Bücher, Kataloge

extra


top themen