Gartenplanung – am besten vom Profi!

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Ein toller Garten ist nicht zu bezahlen? Von wegen! Ein echter Traumgarten ist weniger eine Frage der finanziellen Mittel, als vielmehr eine Frage von Phantasie bzw. Sinn für Farben, Formen, Pflanzen und Raum. Er ist in jedem Fall Ausdruck des persönlichen Lebensgefühls. Mit Hilfe fachlicher Beratung lässt sich der Traum vom eigenen Garten am besten verwirklichen. Was eine professionelle Gartenberatung ausmacht und warum sich ein gut geplanter Garten bezahlt macht, verrät Landschaftsarchitekt und Dipl. Ing. Hermann Heigl.
Warum lohnt es sich auch für Hobbygärtner beim Thema „Gartenplanung“ einen Experten zu Rate zu ziehen?
Heigl: Ein Experte besitzt ein besonderes Fachwissen, das er sich auf Grund von Ausbildung/Studium und durch Berufserfahrung angeeignet hat. Selber planen fällt vielen Menschen schwer: Sie haben zwar eine Vorstellung, aber bei der Umsetzung fehlt es an Erfahrung. Im gemeinsamen Gespräch können Wünsche geäußert, diese in die Planung integriert und ergänzt werden und schlussendlich gemeinsam umgesetzt werden.
Durch fundierte Kenntnisse lassen sich dabei viele Kosten sparen – sei es, dass kleinere Pflanzen genommen werden, welche schnell groß werden oder dass bei technischen Anlagen, wie Quellsteinen, Pumpen, Bachläufen, Teichen, Gartenbewässerungsanlagen etc. von Anfang an die richtige Technik verwendet wird, wodurch spätere Nachbesserungen hinfällig werden.
Mit welchen Tipps und Tricks hilft mir ein Gartenplaner/-berater weiter?
Heigl: Der Experte zeigt beispielsweise Alternativen in der Materialverwendung auf, wie z.B. die Verwendung von Natursteinen oder Betonsteinen bzw. verschiedene Holzarten für Terrassenbeläge usw. Auch gibt er Tipps nach ökologischen Gesichtspunkten zu bauen, z. B. beim Thema Oberflächenentwässerung (Verwendung von Rasengittersteinen, Schotterrasen oder wasserdurchlässigen Belägen, etc.).
Bei der Pflanzenauswahl steht der Experte mit Rat und Tat zur Seite, z.B. für die richtige Kombination von Pflanzen, einen ganzjährigen Blütenverlauf, die Vermeidung von giftigen Pflanzen (im Hinblick auf Kinder!), Standortansprüche (sonnig, halbschattig, schattig), etc.
Der Experte koordiniert den Bauablauf und gibt Ratschläge, welche Eigenleistung von den Bauherren unter Umständen selbst übernommen werden kann. Am Anfang ist es vielleicht teurer sich an einen Landschaftsarchitekten bzw. eine Garten- und Landschaftsbaufirma zu wenden, aber langfristig gesehen zahlt es sich aus!
Welche Fehler werden bei der Gartenplanung häufig gemacht? Wie lassen sich diese vermeiden?
Heigl: Zunächst die falsche Pflanzenauswahl: Oft werden Pflanzen gekauft, die momentan noch klein sind, im Laufe der Zeit jedoch zu groß für einen Hausgarten werden. Zudem werden Pflanzen oft an den falschen Standort gesetzt, z. B. Sonnenliebende Stauden in den Halbschatten oder Schatten. Das Resultat: Ein schlechtes bis geringes Wachstum. Auch werden manchmal giftige Pflanzen gesetzt, die v. a. für Kinder gefährlich werden können, da sie anziehende Früchte haben (z .B. Eiben, Pfaffenhütchen, etc.). Auch werden die Bodenansprüche oft nicht beachtet: So brauchen z.B. Rhododendren oder Azaleen einen sauren Boden, welcher auch regelmäßig nachgedüngt oder verbessert werden muss, wohingegen andere wiederum nur auf einem alkalischen (kalkhaltigen) Boden gedeihen.
Hin und wieder werden auch zu pflegeintensive Pflanze verwendet, dabei wollen die meisten Leute eigentlich einen pflegeleichten Garten, in dem man 2 bis 3 mal im Jahr einen Pflegegang durchführt. Reine Staudenrabatten bzw. Rosen sind dagegen sehr pflegeaufwendig. Auch Grenzabstände zu Nachbarn werden oft nicht eingehalten, indem z.B. zu hohe Pflanzen zu dicht an die Nachbargrenze gepflanzt werden, wodurch es nicht selten zu Streitigkeiten kommt!
Oftmals werden auch die falschen Materialien verwendet. So sind z.B. verschiedene Oberflächen leichter zu reinigen als andere, was oftmals auch von deren Nutzung abhängt – je nachdem ob es sich um eine Garageneinfahrt oder einen Terrassenbelag handelt. Sitzplätze oder Wegeflächen werden oftmals zu klein bzw. zu groß geplant, also so, dass z.B. keine Sitzgarnitur und/oder ein Liegestuhl hinpassen bzw. die Proportionen nicht zur Gesamtgartengröße passen.
Mein Tipp zur Vermeidung dieser Fehler: vorzeitige Gespräche mit Experten oder Fachleuten bzw. ausführliche Informationen aus Büchern oder dem Internet!
Was gilt es z.B. bei kleinen Gärten zu beachten?
Heigl: Generell das gleiche wie bei großen: Es muss eine klare Struktur/Linie in den Garten gebracht werden, z.B. durch die Schaffung von Räumen/Raumsituationen, so dass der komplette Garten nicht auf den ersten Blick ersichtlich ist. Dies kann einerseits durch Pflanzen, d h. frei wachsende oder geschnittene Hecken, Sträucher und Stauden oder durch bauliche Element wie z B. Mäuerchen, Pergolen, Rosenbögen o. ä. bzw. durch Geländemodellierungen, also die Schaffung von verschiedenen Ebenen erreicht werden.
Dadurch wirkt der Garten spannender, man kommt von einem Gartenteil in den nächsten.
Auch durch Blickfänge/Ausstattungsgegenstände wie Rankpyramiden, Rankbögen, Statuen, Brunnen oder Dekorationen wird der Garten attraktiver.
Die richtige Lage des Sitzplatzes/-plätze ist wichtig – gerade bei kleinen Gärten sollte er nicht in der Mitte des Raumes sein, sondern am Rand bzw. in den Ecken: Denn durch die diagonalen Blickrichtungen wirkt der Garten größer. Auch sollte auf zu hohe Einzäunungen/Hecken verzichtet werden: Diese bauen eine Barriere auf und der Blick kann nicht über den Garten hinaus schweifen, dadurch entsteht auch eine optische Verkleinerung.
Welche Überlegungen sollten noch angestellt werden?
Heigl: Bei kleinen Gärten stellt sich zudem oft die Frage, ob eine Rasenfläche angelegt werden soll oder nicht (Hinweis: Pflegeaufwand!) Alternativmöglichkeiten sind Kiesflächen/Kiesgärten mit Gräsern und Stauden oder die Anlage einer großflächigen Terrasse mit rahmender Bepflanzung. Bei der Pflanzenauswahl ist darauf zu achten, dass keine Pflanzen genommen werden, die in ein paar Jahren zu groß für den Garten sind. Mittlerweile gibt es Pflanzen in jeder Größe, Form und Farbe: Kugel- oder säulenförmige Bäume sind hervorragend geeignet, auch auf Obst muss im kleinen Garten nicht verzichtet werden, man denke etwa an Splierobst (Apfel, Birne, etc.), spindelförmige Obstbäume oder Naschobst (Beeren). Auch sollte man eher langsamwüchsige Pflanzen wählen und die Anzahl der verschiedenen Arten reduzieren. Für das Auge wirkt es nämlich harmonischer, wenn sich die Pflanzen wiederholen und nicht überall verschiedene Arten auftauchen.
Bei kleinen Gärten ist es insgesamt sehr wichtig, eine optimale Raumausnutzung zu erzielen, also eine abwechslungsreiche Anlage von Wegen, Plätzen, Pflanzflächen und Ausstattungsgegenständen.
Und wann ist der beste Zeitpunkt, um mit der Gartenplanung zu beginnen?
Heigl: Am sinnvollsten ist es bei der Neuanlage eines Gartens, also wenn ein Haus neu gebaut wurde – meistens ist jedoch gerade dann kein Geld für die Außenanlagen vorhanden. Doch durch fundierte Planung lässt sich auf diese Weise gerade auf lange Frist Geld sparen.
Jahreszeitlich gesehen ist es egal, planen kann man das ganze Jahr. Für die Ausführung oder Pflanzung sind das Frühjahr oder der Herbst die besten Zeitpunkte, aber auch im Sommer lassen sich Pflanzen setzten. Diese haben aber bedingt durch die warme Jahreszeit einen erhöhten Wasserbedarf.
Was gilt es im Vorfeld der Planung alles zu bedenken?
Heigl: Was sind die persönlichen Vorstellungen/Wünsche der Kunden: Gibt es Lieblingspflanzen, Pflanzen, die man überhaupt nicht mag oder alte Bäume, Sträucher, Stauden, die bei Gartenumplanung erhalten werden sollen? Dann die Frage: Wer nutzt den Garten – Erwachsene, Kinder? Sind Haustiere vorhanden? Welcher Gartenstil ist gefragt: Ein Naturgarten oder ein formaler Garten? Welche Gartenrichtung: asiatisch, mediterran, naturnah, etc.? Will ich bauliche Elemente, also Mauern, Pergolen, Pavillon, Zäune, Carport? Das Thema Wasser im Garten: Quellstein, Biotop, Schwimmteich? Wenn ja: Folienteich, Lehmteich, etc.? Dann kommt die Grundlagenermittlung: Also die Lage des Gartens (Himmelsrichtung), die Topographie im Gelände (Hügel oder Senke), die Größe des Gartens, der Sitzflächen. Plus die Frage: Wie viel Pflege will ich hineinstecken? Bzw. wie viel Budget steht zur Verfügung, wie viel will ich ausgeben?
Am besten, man macht sich vorab eine Liste mit Wünschen bzw. Vorstellungen, um sich dann mit Experten zu unterhalten und die Vorentwurfsplanung/Ideenfindung umzusetzen.
Was ist der Vorteil eines gut geplanten Gartens? Bleibt die Arbeit nicht letztlich die gleiche?
Heigl: Generell ist der Vorteil der Planung, dass man sich über verschiedene Schritte seinem Traumgarten nähert, d.h. man stellt verschiedene Ideen zusammen bzw. bekommt verschiedene Vorschläge. Somit kann man im Vorfeld mögliche Fehler ausschließen und dadurch die Kosten für eine Nachbesserung ausschließen; natürlich wird man immer kleinere Nach- oder Ergänzungspflanzungen vornehmen müssen, aber die großen Investitionen sind erstmal vom Tisch.
Beispiel: Man hat eine gewisse Vorgabe z.B. einen möglichst geringen Pflegeaufwand: Durch gezielte Pflanzenauswahl und geschickte Kombination lässt sich dieses Ziel problemlos erreichen. Somit hat man weniger Arbeit und damit Kosten und Zeit gespart.
Dank der guten Planung hat man sich seinen Traumgarten sozusagen „zurechtgelegt“ – d. h man muss sich nach Anlage des Garten keine Gedanken mehr machen, was könnte ich umplanen oder verbessern – dies wird ja im Vorfeld durch die Planung erledigt. Man kann den Garten also einfach genießen. Zwar ist jeder Garten mit Arbeit verbunden – die Natur lebt und entwickelt sich – doch durch eben richtige Pflanzen-/ Materialauswahl, also eine gute Planung, lässt sich der Arbeitsaufwand deutlich reduzieren.
Was macht einen schönen Garten aus?
Heigl: Es gibt ganz unterschiedliche Typen von Gärten: Naturnahe Gärten, formale Gärten, asiatische Gärten, mediterrane Gärten, Wassergärten, Nutzgärten etc. Die Frage, was schön ist, liegt auch hier ganz im Auge des Betrachters. Primär ist für jeden ein Garten dann schön, wenn man sich darin wohl fühlt. Der Garten stellt eine Erweiterung des Wohnraumes nach außen dar, er ist zum Entspannen, Erholen, ein Ort der Ruhe – also einfach zum Wohlfühlen. Natürlich kann er auch Ausgleich zur Arbeit, Hobby und Aufgabe sein. Ganz subjektiv!
Bild: Dipl. Ing. (FH) Hermann Heigl, Landschaftsarchitekt
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Warum lohnt es sich auch für Hobbygärtner beim Thema „Gartenplanung“ einen Experten zu Rate zu ziehen?
Heigl: Ein Experte besitzt ein besonderes Fachwissen, das er sich auf Grund von Ausbildung/Studium und durch Berufserfahrung angeeignet hat. Selber planen fällt vielen Menschen schwer: Sie haben zwar eine Vorstellung, aber bei der Umsetzung fehlt es an Erfahrung. Im gemeinsamen Gespräch können Wünsche geäußert, diese in die Planung integriert und ergänzt werden und schlussendlich gemeinsam umgesetzt werden.
Durch fundierte Kenntnisse lassen sich dabei viele Kosten sparen – sei es, dass kleinere Pflanzen genommen werden, welche schnell groß werden oder dass bei technischen Anlagen, wie Quellsteinen, Pumpen, Bachläufen, Teichen, Gartenbewässerungsanlagen etc. von Anfang an die richtige Technik verwendet wird, wodurch spätere Nachbesserungen hinfällig werden.
Mit welchen Tipps und Tricks hilft mir ein Gartenplaner/-berater weiter?
Heigl: Der Experte zeigt beispielsweise Alternativen in der Materialverwendung auf, wie z.B. die Verwendung von Natursteinen oder Betonsteinen bzw. verschiedene Holzarten für Terrassenbeläge usw. Auch gibt er Tipps nach ökologischen Gesichtspunkten zu bauen, z. B. beim Thema Oberflächenentwässerung (Verwendung von Rasengittersteinen, Schotterrasen oder wasserdurchlässigen Belägen, etc.).
Bei der Pflanzenauswahl steht der Experte mit Rat und Tat zur Seite, z.B. für die richtige Kombination von Pflanzen, einen ganzjährigen Blütenverlauf, die Vermeidung von giftigen Pflanzen (im Hinblick auf Kinder!), Standortansprüche (sonnig, halbschattig, schattig), etc.
Der Experte koordiniert den Bauablauf und gibt Ratschläge, welche Eigenleistung von den Bauherren unter Umständen selbst übernommen werden kann. Am Anfang ist es vielleicht teurer sich an einen Landschaftsarchitekten bzw. eine Garten- und Landschaftsbaufirma zu wenden, aber langfristig gesehen zahlt es sich aus!
Welche Fehler werden bei der Gartenplanung häufig gemacht? Wie lassen sich diese vermeiden?
Heigl: Zunächst die falsche Pflanzenauswahl: Oft werden Pflanzen gekauft, die momentan noch klein sind, im Laufe der Zeit jedoch zu groß für einen Hausgarten werden. Zudem werden Pflanzen oft an den falschen Standort gesetzt, z. B. Sonnenliebende Stauden in den Halbschatten oder Schatten. Das Resultat: Ein schlechtes bis geringes Wachstum. Auch werden manchmal giftige Pflanzen gesetzt, die v. a. für Kinder gefährlich werden können, da sie anziehende Früchte haben (z .B. Eiben, Pfaffenhütchen, etc.). Auch werden die Bodenansprüche oft nicht beachtet: So brauchen z.B. Rhododendren oder Azaleen einen sauren Boden, welcher auch regelmäßig nachgedüngt oder verbessert werden muss, wohingegen andere wiederum nur auf einem alkalischen (kalkhaltigen) Boden gedeihen.
Hin und wieder werden auch zu pflegeintensive Pflanze verwendet, dabei wollen die meisten Leute eigentlich einen pflegeleichten Garten, in dem man 2 bis 3 mal im Jahr einen Pflegegang durchführt. Reine Staudenrabatten bzw. Rosen sind dagegen sehr pflegeaufwendig. Auch Grenzabstände zu Nachbarn werden oft nicht eingehalten, indem z.B. zu hohe Pflanzen zu dicht an die Nachbargrenze gepflanzt werden, wodurch es nicht selten zu Streitigkeiten kommt!
Oftmals werden auch die falschen Materialien verwendet. So sind z.B. verschiedene Oberflächen leichter zu reinigen als andere, was oftmals auch von deren Nutzung abhängt – je nachdem ob es sich um eine Garageneinfahrt oder einen Terrassenbelag handelt. Sitzplätze oder Wegeflächen werden oftmals zu klein bzw. zu groß geplant, also so, dass z.B. keine Sitzgarnitur und/oder ein Liegestuhl hinpassen bzw. die Proportionen nicht zur Gesamtgartengröße passen.
Mein Tipp zur Vermeidung dieser Fehler: vorzeitige Gespräche mit Experten oder Fachleuten bzw. ausführliche Informationen aus Büchern oder dem Internet!
Was gilt es z.B. bei kleinen Gärten zu beachten?
Heigl: Generell das gleiche wie bei großen: Es muss eine klare Struktur/Linie in den Garten gebracht werden, z.B. durch die Schaffung von Räumen/Raumsituationen, so dass der komplette Garten nicht auf den ersten Blick ersichtlich ist. Dies kann einerseits durch Pflanzen, d h. frei wachsende oder geschnittene Hecken, Sträucher und Stauden oder durch bauliche Element wie z B. Mäuerchen, Pergolen, Rosenbögen o. ä. bzw. durch Geländemodellierungen, also die Schaffung von verschiedenen Ebenen erreicht werden.
Dadurch wirkt der Garten spannender, man kommt von einem Gartenteil in den nächsten.
Auch durch Blickfänge/Ausstattungsgegenstände wie Rankpyramiden, Rankbögen, Statuen, Brunnen oder Dekorationen wird der Garten attraktiver.
Die richtige Lage des Sitzplatzes/-plätze ist wichtig – gerade bei kleinen Gärten sollte er nicht in der Mitte des Raumes sein, sondern am Rand bzw. in den Ecken: Denn durch die diagonalen Blickrichtungen wirkt der Garten größer. Auch sollte auf zu hohe Einzäunungen/Hecken verzichtet werden: Diese bauen eine Barriere auf und der Blick kann nicht über den Garten hinaus schweifen, dadurch entsteht auch eine optische Verkleinerung.
Welche Überlegungen sollten noch angestellt werden?
Heigl: Bei kleinen Gärten stellt sich zudem oft die Frage, ob eine Rasenfläche angelegt werden soll oder nicht (Hinweis: Pflegeaufwand!) Alternativmöglichkeiten sind Kiesflächen/Kiesgärten mit Gräsern und Stauden oder die Anlage einer großflächigen Terrasse mit rahmender Bepflanzung. Bei der Pflanzenauswahl ist darauf zu achten, dass keine Pflanzen genommen werden, die in ein paar Jahren zu groß für den Garten sind. Mittlerweile gibt es Pflanzen in jeder Größe, Form und Farbe: Kugel- oder säulenförmige Bäume sind hervorragend geeignet, auch auf Obst muss im kleinen Garten nicht verzichtet werden, man denke etwa an Splierobst (Apfel, Birne, etc.), spindelförmige Obstbäume oder Naschobst (Beeren). Auch sollte man eher langsamwüchsige Pflanzen wählen und die Anzahl der verschiedenen Arten reduzieren. Für das Auge wirkt es nämlich harmonischer, wenn sich die Pflanzen wiederholen und nicht überall verschiedene Arten auftauchen.
Bei kleinen Gärten ist es insgesamt sehr wichtig, eine optimale Raumausnutzung zu erzielen, also eine abwechslungsreiche Anlage von Wegen, Plätzen, Pflanzflächen und Ausstattungsgegenständen.
Und wann ist der beste Zeitpunkt, um mit der Gartenplanung zu beginnen?
Heigl: Am sinnvollsten ist es bei der Neuanlage eines Gartens, also wenn ein Haus neu gebaut wurde – meistens ist jedoch gerade dann kein Geld für die Außenanlagen vorhanden. Doch durch fundierte Planung lässt sich auf diese Weise gerade auf lange Frist Geld sparen.
Jahreszeitlich gesehen ist es egal, planen kann man das ganze Jahr. Für die Ausführung oder Pflanzung sind das Frühjahr oder der Herbst die besten Zeitpunkte, aber auch im Sommer lassen sich Pflanzen setzten. Diese haben aber bedingt durch die warme Jahreszeit einen erhöhten Wasserbedarf.
Was gilt es im Vorfeld der Planung alles zu bedenken?
Heigl: Was sind die persönlichen Vorstellungen/Wünsche der Kunden: Gibt es Lieblingspflanzen, Pflanzen, die man überhaupt nicht mag oder alte Bäume, Sträucher, Stauden, die bei Gartenumplanung erhalten werden sollen? Dann die Frage: Wer nutzt den Garten – Erwachsene, Kinder? Sind Haustiere vorhanden? Welcher Gartenstil ist gefragt: Ein Naturgarten oder ein formaler Garten? Welche Gartenrichtung: asiatisch, mediterran, naturnah, etc.? Will ich bauliche Elemente, also Mauern, Pergolen, Pavillon, Zäune, Carport? Das Thema Wasser im Garten: Quellstein, Biotop, Schwimmteich? Wenn ja: Folienteich, Lehmteich, etc.? Dann kommt die Grundlagenermittlung: Also die Lage des Gartens (Himmelsrichtung), die Topographie im Gelände (Hügel oder Senke), die Größe des Gartens, der Sitzflächen. Plus die Frage: Wie viel Pflege will ich hineinstecken? Bzw. wie viel Budget steht zur Verfügung, wie viel will ich ausgeben?
Am besten, man macht sich vorab eine Liste mit Wünschen bzw. Vorstellungen, um sich dann mit Experten zu unterhalten und die Vorentwurfsplanung/Ideenfindung umzusetzen.
Was ist der Vorteil eines gut geplanten Gartens? Bleibt die Arbeit nicht letztlich die gleiche?
Heigl: Generell ist der Vorteil der Planung, dass man sich über verschiedene Schritte seinem Traumgarten nähert, d.h. man stellt verschiedene Ideen zusammen bzw. bekommt verschiedene Vorschläge. Somit kann man im Vorfeld mögliche Fehler ausschließen und dadurch die Kosten für eine Nachbesserung ausschließen; natürlich wird man immer kleinere Nach- oder Ergänzungspflanzungen vornehmen müssen, aber die großen Investitionen sind erstmal vom Tisch.
Beispiel: Man hat eine gewisse Vorgabe z.B. einen möglichst geringen Pflegeaufwand: Durch gezielte Pflanzenauswahl und geschickte Kombination lässt sich dieses Ziel problemlos erreichen. Somit hat man weniger Arbeit und damit Kosten und Zeit gespart.
Dank der guten Planung hat man sich seinen Traumgarten sozusagen „zurechtgelegt“ – d. h man muss sich nach Anlage des Garten keine Gedanken mehr machen, was könnte ich umplanen oder verbessern – dies wird ja im Vorfeld durch die Planung erledigt. Man kann den Garten also einfach genießen. Zwar ist jeder Garten mit Arbeit verbunden – die Natur lebt und entwickelt sich – doch durch eben richtige Pflanzen-/ Materialauswahl, also eine gute Planung, lässt sich der Arbeitsaufwand deutlich reduzieren.
Was macht einen schönen Garten aus?
Heigl: Es gibt ganz unterschiedliche Typen von Gärten: Naturnahe Gärten, formale Gärten, asiatische Gärten, mediterrane Gärten, Wassergärten, Nutzgärten etc. Die Frage, was schön ist, liegt auch hier ganz im Auge des Betrachters. Primär ist für jeden ein Garten dann schön, wenn man sich darin wohl fühlt. Der Garten stellt eine Erweiterung des Wohnraumes nach außen dar, er ist zum Entspannen, Erholen, ein Ort der Ruhe – also einfach zum Wohlfühlen. Natürlich kann er auch Ausgleich zur Arbeit, Hobby und Aufgabe sein. Ganz subjektiv!
Bild: Dipl. Ing. (FH) Hermann Heigl, Landschaftsarchitekt
bauen. wohnen. leben. www.homesolute.com








