Zweischalige Außenwände: Ziegel plus Klinker

Wind und Wetter können rau sein, besonders zu Gebäudefassaden. Kein Wunder, dass gerade an der Küste und im Norden Deutschlands Klinkerhäuser das Landschaftsbild prägen.

Um dem Wetter zu trotzen, bevorzugen Bauexperten in diesen Regionen eine so genannte "zweischalige" Bauweise. "Zweischalig" ist ein Haus dann, wenn der eigentlichen Hauswand eine zusätzliche Mauer vorgestellt wird. Besonders eine Kombination bewährt sich hier: Dabei ist die Innenschale aus Poroton-Ziegeln und die Außenschale aus gebrannten Terca-Vormauerziegeln. Diese Bauweise erhöht die Wärmedämmung, verbessert den Schallschutz und ist nahezu wartungsfrei.

Damit die zweischalige Außenwand ihr Potential voll ausspielen kann, sind einige Regeln zu beachten: Die Hintermauer, z.B. aus Ziegelmauerwerk, sollte in der Regel mindestens 17,5 cm dick sein, die Außenschale mindestens 90 Millimeter. Der Abstand zwischen den beiden Mauern darf bei Verwendung handelsüblicher Mauerwerksanker nicht größer als 150 Millimeter sein. Der Zwischenraum kann entweder mit Luft, mit einer auf der Hintermauer angebrachten Kerndämmschicht (z.B. Mineralfaserkerndämmung) oder mit Dämmung plus Luftschicht gefüllt sein. Kleine Lüftungsschlitze in der Vormauerschale sichern eine optimale Hinterlüftung. Durch die offenen Stoßfugen im Sockelbereich kann zudem eingedrungenes Wasser ablaufen. Um eine perfekte Luftzirkulation zu gewährleisten, sollte beim Bau kein Mörtel in den Zwischenraum fallen. Die Mauerschalen werden durch mindestens fünf Edelstahlanker pro Quadratmeter miteinander verbunden - das verleiht der Verblenderschale einen sicheren Stand.

Nicht nur für die Vormauerschale sondern auch für die Innenschale ist der natürliche Baustoff Ziegel besonders geeignet. Er zeichnet sich durch besonders gute bauphysikalische Eigenschaften aus: So verfügen etwa Poroton-Ziegel über ein hervorragendes Wärmedämmvermögen, haben exzellente Schallschutz Eigenschaften und können sehr gut mit Feuchtigkeit umgehen. Für die Außenschale bewähren sich Verblender oder Klinker als absolut wetterfeste Fassadensteine. Um das zu erreichen, werden beispielsweise Terca-Vormauerziegel von Wienerberger bei ca. 1000 Grad Celsius aus Ton, Lehm und Wasser gebrannt. An der fertigen Fassadenmauer prallen saurer Regen, eisiger Schnee sowie heiße Sonnenstrahlen ab, ohne Schäden zu hinterlassen. Zudem haben Klinkerfassaden einen besonderen architektonischen Reiz.

Ziegelmauerwerk als Außen- und Innenschale haben für sich gesehen viele Vorteile - eine Kombination in der "Zweischaligen" Bauweise erhöht die Vorzüge für Wohnklima, Schallschutz und Wärmedämmung. Auf Grund ihrer hohen Rohdichte besitzen Ziegelkonstruktionen besonders gute Schalldämmwerte, ein zweischaliger Wandaufbau steigert den Schalldämmwert auf über 57 Dezibel und höher. Zudem verbessert die zusätzliche Luft- bzw. Dämmschicht noch einmal die Wärmedämmung des Gebäudes. Das senkt den Energieverbrauch und damit auch deutlich die Nebenkosten. Eine Klinkerfassade ist damit auch für die von der Energie-Einsparverordnung (EnEV) geforderte wärmetechnische Nachbesserung von Altbauten geeignet. Und: Keine andere Wandkonstruktion ist so wertbeständig. Ein zweischaliges Mauerwerk ist nahezu ein Leben lang wartungs- und reparaturfrei. Wegen ihrer geringen Instandhaltungskosten sind die pflegeleichten Vormauerfassaden langfristig meist kostengünstiger als Außenwände mit Wärmedämmverbundsystem.

Bild: Wienerberger Ziegelindustrie
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