Vorkehrungen gegen Tauwasser

Mit der großen Schneeschmelze steigt der Grundwasserpegel. Besonders in den schneereichen Regionen sind Schutzmaßnahmen für Haus und Anlagen unbedingt zu treffen.

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Es ist ein Katz-und-Maus-Spiel: Zuerst wurden die Schneemassen in vielen Regionen in Ostbayern und am Alpenrand zur bedrohlichen Belastungsprobe für die Dächer, nun droht dem Souterrain der Häuser eine Hochwassergefahr. Zwar sind die Dächer nun aus der kritischen Phase heraus, aber das Unheil von eindringendem Tauwasser ist nicht zu unterschätzen. Denn mit den steigenden Flusspegeln und Regen kommt es immer wahrscheinlicher zu Überschwemmungen. Frühzeitige Schutzmaßnahmen helfen das Risiko schlimmer Schäden zu vermeiden.

Der TÜV SÜD rät, zunächst aufmerksam die Wetterberichte zu verfolgen und im Ernstfall keine Mühen zu scheuen, sein Hab und Gut in Sicherheit zu bringen. Überwiegend sind Keller sowie tiefliegende Räume und Garagen betroffen. Diese sollten geräumt werden. Autos, Anhänger und Motorräder sind in höher gelegene Bereiche geschützt. Auch Chemikalien, Säuren, Öle und ähnliche Stoffe, die in der Verbindung mit Wasser Schaden anrichten können, müssen aus der Gefahrenzone entfernt werden. Laufen diese in großen Mengen aus, kann nur die Feuerwehr mögliche Folgeschäden verhindern.

Der elektrische Strom sollte rechtzeitig ausgeschalten werden, um in den hochwassergefährdeten Räumen keinen Kurzschluss auszulösen. Bei tief liegenden Steckdosen oder Mehrfachsteckern herrscht akute Lebensgefahr bei einer Überflutung. Der TÜV SÜD rät unbedingt zur Vorsicht: ?Um dem Risiko aus dem Weg zu gehen, sollte sich der Kellerstrom im Verteilerkasten separat abschalten lassen oder durch einen FI-Schutzschalter geregelt sein.?

Ein Fachmann muss bei der Heizungsanlage und auch bei der Umwälzpumpe ran. Egal ob Öl oder Gas ? aufgrund des Starkstroms besteht höchste Gefahr, handelt der Unerfahrene selbst. Lässt sich der Ausbau zeitlich nicht mehr bewerkstelligen, muss das Gerät unbedingt abgeschalten und der Öl- bzw. Gashahn an der Heizung geschlossen werden. Auch die Entlüftungsöffnung am Heizkessel will gesichert sein. An sich ist der Kessel aber relativ unempfindlich gegenüber Wasser. Öltanks sollten fest verankert werden, vor allem, wenn große Tanks schon relativ leer sind und drohen, mit dem anwachsenden Wasserstand aufzusteigen. Auch hier gilt, die Lüftungsrohre zu schließen.

Auch für Abwasserleitungen gilt einiges zu beachten. Eine Sicherung mit Rückstauventilen verhindert das Eindringen von Kanalisationswasser in die betroffenen Räume. Internes Abwasser kann trotzdem abfließen. Der TÜV SÜD rät auch beim Abpumpen des eingedrungenen Wassers zur Vorsicht. Ist der Keller z. B. noch von Wasser umgeben, so könnte aufgrund der unterschiedlichen Druckverhältnisse beim Leerpumpen die Statik der Wände in Bedrängnis geraten. Es droht die Beschädigung der Außenwände, manchmal sogar der Einsturz. Durch ?leichtsinnig? ausgeführte Pumparbeiten können auch Fundamente unterspült und schwere Bauschäden verursacht werden. Selbst wenn der Keller länger unter Wasser steht, rät der TÜV SÜD bei einer unsicheren Einschätzung der Situation die Feuerwehr zum Abpumpen zu rufen.

Bild: Braas
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