Tapeten in vielen Farben

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Tapeten
Die Auswahl an Farben und Dekors ist groß, die Verarbeitung ist relativ einfach und in Eigenleistung zu erbringen.
Ehe mit der Arbeit begonnen wird, muss die Baufamilie aber einige Dinge beachten.
Verarbeitung
Begonnen wird mit dem genauen Ausmessen der Räume und dem Berechnen der benötigten Tapetenmenge. Tapetenrollen haben meistens eine Breite von 53 Zentimetern und eine Länge von 10.05 Metern. Zu diesem Verbrauch rechnet man zehn Prozent Verschnitt und ein paar Meter für Fenster- und Türnischen hinzu. Auch für eventuelle Verbesserungen sollte noch Material vorhanden sein.
Ehe mit dem Tapezieren begonnen wird, muss der Untergrund trocken, trag- und saugfähig sein. Feuchte Wände sind der ideale Nährboden für Schimmel und sollten daher nicht tapeziert werden. Im Fertig- und Holzbau lassen sich diese Probleme vermeiden.
Mit einem Lot oder einer Wasserwaage wird die erste Bahn an der Wand vorgezeichnet, danach beklebt und mit Tapezierschiene und Cuttermesser an Decke und Fußboden sauber abgeschnitten. Ein weiterer Eimer hält sauberes Wasser bereit, das zum Abwischen eventuell hervorquellenden Klebers genutzt wird.
Besonders wichtig ist neben der richtigen Konsistenz des Klebers auch die Einweichzeit der Tapete. Wird die Tapete zu lange gelagert, reißt sie schon beim Anlegen, bei zu kurzer Lagerung gibt es hässliche Falten, die sich auch nach dem Trocknen nicht wegziehen lassen.
Je nach Tapetenart wird überlappt oder auf Stoß geklebt.
Tapeten-Typen
Man unterscheidet zwischen geprägten und gedruckten Papier-, Struktur- oder Dekor-Profiltapeten. Des weiteren gibt es textile Gewebe auf Papierträgern sowie Vinylschaumtapeten mit Strukturen oder Mustern, Glasfasertapete und solche aus Metallfolie, Naturmaterialien oder Velours.
Tapeten, die das RAL-Gütezeichen tragen, haben besondere Qualitäten. Sie sind frei von giftigen und schwermetallhaltigen Pigmente und enthalten kein FCKW, keine chlorierte und aromenhaltige Lösungsmittel und keine Vinylchlorid-Monomere.
Das RAL-Siegel schließt aber künstliche Fasern oder Kunstharze nicht aus. Diese Stoffe können unter Umständen die Gesundheit belasten. Gewisse Zusatzstoffe sind aber notwendig, da etwa ökologisch einwandfreie Tapeten anfällig für Schimmel sein können. Viele Tapeten werden heute aus Recyclingpapier hergestellt.
Die bekannteste und beliebteste Tapete ist die Raufasertapete. Sie besteht aus recyceltem Papier, Zellulose, Holzfasern und Leim. Es gibt sie mit strukturierten oder geprägten Oberflächen.
Papiertapeten (sie machen den größten Teil des Tapetenmarktes aus) sind besonders für Wohnräume geeignet. Gemütlichkeit und Behaglichkeit der Wohnräume können aber auch mit Textiltapeten oder Naturfaserdekors verstärkt werden.
Metalltapeten hingegen lassen den Raum eher kühl erscheinen.
Der Kleister
Seine Konsistenz ist besonders wichtig. Je schwerer die Tapete und je saugfähiger das Material, um so dicker sollte der Kleber angesetzt werden. Trotzdem darf aber nicht zu dick sein und auf keinen Fall darf er zwischen den einzelnen Bahnen hervorquellen und die Tapete verschmieren.
Für normale Papiertapeten genügt ein sogenannter Normal-Kleber. Bei schweren Struktur-, Vinyl- oder Textiltapeten muss Spezial- oder Instant-Kleister verwendet werden.
Farben
Farben vermitteln Harmonie oder Disharmonie. Sie bestimmen maßgeblich die Wirkung eines Raumes und haben Einfluss auf das Wohlbefinden des Menschen, der sich darin aufhält. Sie sind anregend oder gemütlich, ermöglichen innere Ruhe, Klarheit und Konzentration. Deshalb ist dies auch das erste Kriterium bei der Auswahl der Farbe.
Wirkungen
Es gibt drei Primärfarben: Rot, Gelb und Blau. Mischt man diese Farben erhält man Sekundärfarben, Komplementärfarben stehen sich im Farbkreis gegenüber. Disharmonische Farben ergeben Unruhe.
Rote Farben sind kräftig und dynamisch und benötigen viel Licht, um voll zum Ausdruck zu kommen. Die Wirkung von Naturhölzer verschwinden da häufig. Blaue Farben wirken unruhig und klar. Sie fördern die Konzentration. Neben Weiß wirkt Blau sachlich und kalt, dagegen in Verbindung mit Naturhölzern bewegt, aktiv und belebend.
Gelbe Farben sind anregend und frisch. Sie haben eine belebende und wärmende Ausstrahlung. Im Übermaß erzeugen sie allerdings Nervosität und Unruhe. Ein schönes Braun-Gelb dagegen lädt zum Genießen und Verweilen ein.
Grüne Farben lassen Räume ruhig, teils unbeweglich und ausruhend, teils lebendig und wachsend erscheinen. Es ist die ruhigste Farbe. Braun-Grün wirkt behaglich und warm. Helles Blau-Grün ist eisig und distanzierend. Braune Farben bringen der Raumatmosphäre Sicherheit und Geborgenheit. Sie geben Halt, sorgen für Behaglichkeit und Gemütlichkeit. Zu dunkle Brauntöne wirken allerdings bedrückend und schwer.
Farb-Typen
Es gibt Leim- oder Dispersionsfarben, Öl- oder Lackfarben, Strukturinnenputzen oder Naturfaserdekors.
Grundsätzlich wird unterschieden in:
- Primer (Grundiermittel)
- matte Oberfläche (Finish)
- halbglänzende oder glänzende Oberfläche (Finish)
- Seidenschalen- oder Eierschalenglanz (Finish)
- Metallic-Oberfläche (Finish)
Bild: heim+hobby 1/99
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