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Haus als Plusenergiehaus bauen

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Mit einer Anerkennungs-Urkunde dürfen sich die so genannten Plusenergiehäuser der Solarsiedlung am Schlierberg in Freiburg fortan schmücken.

Solararchitekt Rolf Disch, der die Häuser entwickelt hat, nahm die Auszeichnung entgegen, die im November 2002 im Rahmen der Verleihung des Innovationspreises des Landes Baden-Württemberg vergeben wurde.

"Die Auszeichnung ist für uns eine weitere Bestätigung, dass solares Bauen seinen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Durchbruch erlebt und zunehmend auch die nötige Anerkennung erhält, um sich auf dem Markt durchzusetzen", erklärt Disch. Die Siedlung umfasst inzwischen 40 Plusenergiehäuser und soll, so das ehrgeizige ursprüngliche Ziel, die größte Solarsiedlung in Europa werden.

Doch was ist eigentlich ein Plusenergiehaus? Vom Energiebedarf her betrachtet, kommen die Häuser laut Planer mit einem Zehntel eines konventionellen Hauses aus. Das darüber hinaus ganz Besondere der Gebäude drückt sich bereits im Namen aus: Die Häuser erwirtschaften mit Hilfe der Sonne nämlich mehr Energie, als in ihnen verbraucht wird. Archtitekt Rolf Disch rechnet vor: 6.700 Kilowattstunden (kWh) Energie werden im Plusenergiehaus für Heizung, Warmwasserbereitung und Strom pro Jahr benötigt. Die Photovoltaikanlage auf dem Dach jeden Hauses produziert rund 9.000 kWh - unterm Strich also Jahr für Jahr ein Plus von etwa 2.300 kWh.

Damit die Rechnung auch in der Praxis aufgeht, musste der Planer ein durchgängiges Energiekonzept realisieren, das folgendermaßen aussieht:

Die Plusenergiehäuser sind nach Süden ausgerichtet und auf der Sonnenseite großzügig verglast. Im Winter hilft die tief stehende Sonne beim Heizen, im Sommer wird sie durch Balkone und Dach abgeschattet. Selbstverständlich werden die Wärmeverluste über die Außenflächen der Reihenhäuser dank kompakter Bauweise klein gehalten, und die Außenbauteile sind hochwärmegedämmt; von der insgesamt 38,5 Zentimeter dicken Außenwand umfasst die Mineralwolle-Dämmschicht im Gefache der Holzrahmenkonstruktion allein 30 Zentimeter.

Interessant ist die Variante eines dezentralen Lüftungskonzeptes mit einzelnen Kleinlüftungsgeräten mit Wärmerückgewinnung in einzelnen Räumen wie Küche, Bad und WC.

Ungewöhnlich auch, dass die Häuser, die nur wenige Wochen im Jahr beheizt werden müssen, an ein Nahwärmenetz angeschlossen sind, das durch ein Blockheizkraftwerk gespeist wird. Das heißt, es gibt in den Häusern ? anders übrigens als in inzwischen bekannteren Passivhäusern ? neben einem Handtuchwärmer im Badezimmer auch eine Reihe von Plattenheizkörpern. Aus dem Heiznetz kann auch Energie zur Erwärmung des Brauchwassers genutzt werden, das aus einem 200-Liter-Schichtenwarmwasserspeicher - platziert im Obergeschoss - gezapft wird. Weitgehend soll das Warmwasser jedoch mittels einer 500 Quadratmeter großen, zentralen Kollektoranlage für die Siedlung aufbereitet werden.

Der Solarstrom wird von Solarmodulen erzeugt, die sich als durchgehendes Solardach jeweils über eine gesamte Reihenhäuser-Zeile erstreckt. Den Strom speist man komplett ins öffentliche Netz ein, was das Energieversorungsunternehmen pflichtgemäß vergütet. Damit die Hausbewohner die bestmögliche Energiebilanz erreichen können, gibt es zu jedem Haus eine Gebrauchsanleitung für die Bewohner, damit sie auch in der Praxis die bestmögliche Energiebilanz erzielen.

Die verdichtete Bauweise im Siedlungskonzept mit energetischer Plus-Bilanz ist die eine Seite des bauökologischen Ansatzes. Dazu kommt das Holz als Hauptbaustoff, der als tragendes Bauteil beispielsweise in den Geschossdecken mit massivem Brettschichtholz gezeigt wird. Bei sämtlichen Holzbauteilen verzichtet der Hersteller auf chemischen Holzschutz. Weitere Details: Fürs Energie sparende Kochen wird Flaschengas empfohlen, Regenwasser wird in Gemeinschaftszisternen gesammelt, bemerkenswert auch die Vakuumtoiletten mit "nachgeschaltener" Biogasanlage, in der Biogas fürs nahe Blockheizkraftwerk und Flüssigdünger für die Landwirtschaft entstehen.

Autofreie Wohnwege und große Grünflächen runden das Solarsiedlungs-Konzept ab. Wer außerhalb der Siedlung auto-mobil sein möchte, kann als Hauseigentümer am Car-Sharing teilnehmen.

Bild: baupresse24

Text:EcoText
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